BERNHARD MARTIN

IMAGE BALLETT

Das Haus am Waldsee hat für das Frühjahr 2020 den in Berlin lebenden, international agierenden Maler Bernhard Martin (*1966) zu einer umfassenden Übersichtsausstellung eingeladen. „Image Ballett“ wird in sämtlichen Räumen des Kunsthauses Gemälde, Zeichnungen und Collagen seit den frühen 2000er Jahren ausbreiten. Ein eigens zur Ausstellung entstehender, großformatiger Gemäldezyklus „Le Mot“ („Das Wort“) erweitert die Auswahl bis in die unmittelbare Gegenwart hinein.

Die Ausstellung wird von einem umfassenden Vermittlungsprogramm sowie einem Katalog mit einer Einführung der Kuratorin und Leiterin des Hauses am Waldsee, Katja Blomberg, einem Interview von Florian Illies mit dem Künstler sowie einem Essay des Philosophen Björn Vedder begleitet.

Bernhard Martins Studien der Malerei reichen bis in dessen frühe Kindheit in Kassel zurück. Im Alter von sieben Jahren begegnet er auf Schloss Wilhelmshöhe erstmals Gemälden von Rembrandt und Hans Baldung Grien. Mit sechzehn ist er der jüngste jemals an der Kasseler Kunstakademie eingeschriebene Student. Da ist Martin mit der Malerei der Renaissance, Hieronymus Bosch, Jean Fouquet, Leonardo da Vinci aber auch mit Goya, Picasso und Duchamp bereits bestens vertraut. Zu documenta-Zeiten kommen die internationalen Zeitgenossen zu ihm: seine Schule liegt unmittelbar neben dem Fridericianum als wichtigem Ausstellungsort der documenta.

Seit den 1990er Jahren setzt sich Bernhard Martin mit der Bildwelt der Medien und Werbung auseinander und nutzt das Internet als Bildfundus. Souverän beherrscht er sämtliche malerischen Techniken von altmeisterlich bis zu jüngsten Spray- und Lasierverfahren. Sein Colorit orientiert sich ebenso an den changierenden Stoffen von Heiligenfiguren des Spätmittelalters wie an der glatten Internetästhetik unserer Tage.

Schon während des Studiums bei Harry Kramer in Kassel übersiedelte Bernhard Martin nach Spanien. Sieben Jahre verbrachte er in Barcelona. Später führte ihn ein Stipendium nach Nizza und in den 2000er Jahren ging er von Berlin nach London. Heute lebt und arbeitet Bernhard Martin wieder in Berlin.

Seine Leidenschaft gilt der ungeschönten Sicht auf das Obszön-Verführerische sowie auf das drastische Rollenspiel bei öffentlichen oder halböffentlichen Auftritten. In leuchtenden Farben zeigt er das Abgründige, die Gier, die Eitelkeiten, die leeren Worte, die für Aufregung sorgen. Alles und Jeder kann in die Strudel von Erotik, Politik wie in einen Albtraum geraten, in dem alles zeitlich unverbunden, nebeneinander existieren kann. Mit eigenen Phantasien und intimen Sehnsüchten aufgemischt, entsteht auf Martins Leinwänden ein explosives Gemisch des menschlichen Daseins, das jenseits herkömmlicher Regeln existiert wie eine vierte Dimension im Dauerloop.

In seinen jüngsten Werken scheint sich die Bildwelt von Bernhard Martin mehr und mehr verflüssigt zu haben: Süchte, Fake News, Drogen und Konsum treffen auf die hemmungslose Sucht des Künstlers zu malen. „Elysian Fields“ (2017) zeigt seinen Kopf als aufgelöst-spritzende Farbflut. Sie ergießt sich auf die vor ihm am Boden gekippte Leinwand. Wände und Fenster weichen zurück oder sind zerbrochen. Aber der Künstler ist von seiner Idee berauscht. So als würden die Gedanken ungefiltert auf den Malgrund schwappen. Mit ausholender Geste geht der dargestellte malende Junkie ans Werk. Doch entspricht dies nicht der fein ausgeführten Arbeitsweise. Hier sind Tropfen nur dargestellt. In Wirklichkeit sind sie fein gemalt und wohl geplant. Martin spielt ein Spiel, das die Malerei über Malerei beherrscht. Sein künstlerisches Vorgehen basiert auf Skizzen und Zeichnungen. Bis ins kleinste Detail wird jede Schaumblase, jeder Schimmer auf der Haut, jede fließende Form zur Verwirrung der Sehsinne sorgfältig ausgeführt. 

Die Ausstellung wurde von Katja Blomberg kuratiert.

Die Pressekonferenz findet statt am: 12.3.2020 um 11 Uhr im Haus am Waldsee. Der Künstler ist anwesend.

Der Katalog erscheint zur Eröffnung. Herausgegeben und eingeführt von Katja Blomberg, mit einem Interview von Florian Illies und einem Essay von Björn Vedder. Hardcover, 80 Seiten, Verlag Walther König, 24 Euro.

 

 

PRESSETEXT

 

 

 

PRESSEBILDER

 

Bernhard Martin, Elysian Fields, 2017, Öl auf Rohleinwand, 235 x 200 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Le Mot, 2017, Öl auf Rohleinwand, 170 x 380 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Die Feder, 2018, Öl auf Rohleinwand, 125 x 110 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Mein Treffen mit der Idee, 2018, Acryl auf Papier, 59,5 x 41,5 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Große Bühne für das große Nichts, 2011/12, Öl auf Leinwand, 145 x 165 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Geh in Dich, 2010, Collage, Acryl- und Reflex-Papierbogen auf Papier, 68 x 61,5 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Elysian Fields, 2017, Öl auf Rohleinwand, 235 x 200 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Die Feder, 2018, Öl auf Rohleinwand, 125 x 110 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Große Bühne für das große Nichts, 2011/12, Öl auf Leinwand, 145 x 165 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Le Mot, 2017, Öl auf Rohleinwand, 170 x 380 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Mein Treffen mit der Idee, 2018, Acryl auf Papier, 59,5 x 41,5 cm, Courtesy der Künstler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Bernhard Martin, Geh in Dich, 2010, Collage, Acryl- und Reflex-Papierbogen auf Papier, 68 x 61,5 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Erik Günther
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