JAHRESPROGRAMM 2019/20

 

Johanna Diehl – In den Falten das Eigentliche

28. November 2019 bis 23. Februar 2020

Zum Ausklang des Jahres 2019 zeigt das Haus am Waldsee eine erste institutionelle Einzelausstellung der international erfolgreichen Fotokünstlerin Johanna Diehl (*1977). In umfangreichen Werkserien thematisiert Diehl die oft übersehenen traumatischen Folgen, die die Nazizeit in den Seelen in Europa hinterlassen hat. Die in Berlin lebende Künstlerin sucht nach dem „Eigentlichen“ in den Falten der Geschichte, das ihre Großelterngeneration nicht sehen wollte oder konnte. Damit greift sie bereits im Titel einen Gedanken Walter Benjamins auf.

 

Bernhard Martin – Image Ballett

5. März bis 24. Mai 2020

Der Maler Bernhard Martin (*1966) schafft für seine erste umfassende Einzelausstellung in Berlin seit 1992 einen neuen Zyklus monumentaler Gemälde, den er „Das Wort“ nennt. Die Inhalte gehen von der Sprache aus, wie sie heute von InfluencerInnen, auf Pressekonferenzen oder bei Staatsbesuchen zu Attitüden der Übertreibung wird. Martin findet für die sprachlichen Veränderungen, die zu Fakes werden, zu einer Malerei ohne Duktus, die wiederum zu einer neuen Wahrnehmung von Sprache aufruft. Auch in den übrigen, älteren Arbeiten geht es um Sprache im Medium der Malerei.

 

Barkow Leibinger – Architektur zwischen Mensch und Maschine

5. Juni – 30. August 2020

Mit der Ausstellung Barkow Leibinger – Architektur zwischen Mensch und Maschine will das Haus am Waldsee das Werk des amerikanisch-deutschen Architektenpaares Frank Barkow (*1957) und Regine Leibinger (*1963) würdigen und einem breiten Publikum zugänglich machen. Damit wird nach GRAFT, Haus Rucker&Co. und Juergen Meyer H. zum vierten Mal eine Architektengemeinschaft vorgestellt, die in Berlin verankert ist, weltweit baut und der bildenden Kunst besonders nahesteht. Barkow Leibinger sind vor allem im Pavillonbau und in der Entwicklung neuer Materialien und Raumorganisationen Architekturvisionäre. 

 

Berta Fischer, Björn Dahlem, Naum Gabo – Urknall (Arbeitstitel)

10.September bis 15. November 2020

Einhundert Jahre nach der Veröffentlichung des „Realistischen Manifestes“ durch die russischen Konstruktivisten Antoine Pevsner und Naum Gabo bringt das Haus am Waldsee mit Berta Fischer (*1973), Björn Dahlem (*1974) und Naum Gabo (1890 – 1977) drei herausragende BildhauerInnen über die Vorstellungen von Zukunft in einen spannenden Dialog. Sowohl ungewöhnliche Materialien, naturwissenschaftliche Bezüge als auch die Auffassung von Form als dynamisches Raum-Zeit-Konstrukt sowie Analogien zu naturwissenschaftlichen Forschungen, speziell zur Astrophysik bilden die gemeinsame Grundlage ihrer Werke. Alle drei KünstlerInnen werden international wahrgenommen und leben oder lebten in Berlin.

 

Christiane Löhr – Naturskulptur (Arbeitstitel)

27. November 2020 bis 7. Februar 2021

Beispiellos in der Bildhauerei der Gegenwart verwendet Christiane Löhr (*1965) für ihre plastischen Werke ausschließlich nachwachsendes Material. Pferdehaar, Gräser, Blüten oder Samenstände bilden u.a. den Stoff, aus dem ihre filigranen Raumplastiken unterschiedlicher Formate bestehen. Dabei interessiert sie sich besonders für die Transformationsprozesse ihrer ungewöhnlichen Ausgangsmaterialien in zarte und damit umso riskantere Raumereignisse. Die ehemalige Meisterschülerin von Jannis Kounellis an der Düsseldorfer Kunstakademie lebt und arbeitet in Köln und Prato, Italien. In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Berlin sind Arbeiten aus den 2000er Jahren sowie neue Arbeiten zu sehen, die im Haus am Waldsee entstehen.

 

 

PRESSETEXT