Buchvorstellung mit Wolfgang Ullrich „Selfies. Digitale Bildkulturen“

Buchvorstellung mit Wolfgang Ullrich „Selfies. Digitale Bildkulturen“

Inszenierte Selbstdarstellungen haben als Selfies die Kommunikation mit Bildern revolutioniert. In kürzester Zeit sind die digitalen Kleinfotografien zu einer relevanten Form der Bildlichkeit geworden. Inzwischen kann jeder das eigene Antlitz mit Filtern bis ins fratzenhafte oder animalische verändern. Das Selbstbildnis ist zur Maske geworden und kann in Echtzeit überall hin versendet werden. Seit es Smartphones gibt, haben diese meist von Emojis begleiteten Bildnachrichten ihre eigene Ikonografie und Sprache entwickelt, unabhängig von Kultur, Nationalität oder gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Mit dem digitalen Selfie ist das Bildnis aus der Exklusivität weniger (Malerei, Porträtfotografie), in eine demokratisch Form übergegangen, mit der heute hochkreativ und weltumspannend umgegangen wird.

Anlässlich der von Wolfgang Ullrich initiierten Publikationsreihe zu „Digitalen Bildkulturen“ (Wagenbach Verlag), hat der Kunsthistoriker, Philosoph und Autor in seinem Vortrag das Phänomen Selfie nicht nur in allen Konsequenzen vorgestellt, sondern auch in die Kunstgeschichte eingeordnet. Vorgänger finden sich in den Masken höfischer Feste im Barock oder Pathosformeln der Antike, in afrikanischen und ostasiatischen Kulturen, bei Xaver Messerschmidt im 18. Jahrhundert oder Arnulf Rainer in den 1970er Jahren. 
Der anregende Vortrag zum Buch wurde im Anschluss eingehend diskutiert und durch das zahlreich erschienene Publikum engagiert reflektiert.

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