Johanna Diehl – 
In den Falten das Eigentliche
AUSSTELLUNG

28.11.2019 – 23.2.2020

„Wer einmal den Fächer der Erinnerung aufzuklappen begonnen hat, der findet immer neue Glieder, […] kein Bild genügt ihm, denn er hat erkannt: es ließe sich entfalten, in den Falten erst sitzt das eigentliche […].“ (aus: Walter Benjamin, Das Passagen-Werk)

Ende November 2019 eröffnet das Haus am Waldsee eine erste Einzelausstellung mit der in Berlin lebenden und international vielfach ausgezeichneten Fotokünstlerin Johanna Diehl (*1977). Frei nach Walter Benjamin entwickelt sie ihre Arbeit aus dem Gedanken heraus, dass das Eigentliche der Geschichte in den Falten der Erinnerung steckt. Diehl spürt das Verborgene im jüngeren Gedächtnis Europas auf. Sie findet zu überzeugenden Bildern und überraschenden Präsentationsformen. 

Zunächst ging es der Künstlerin um die Erkundung architektonischer Zeugnisse wie Synagogen, die halb zerstört zu Parkplätzen oder Abstellräumen umgewidmet in Osteuropa von vergangenen geopolitischen Konflikten erzählen. Dabei stand die Frage nach der Identität eines heutigen Europa im Vordergrund. In jüngeren Serien rücken biografische Bezüge in den Vordergrund. Besonders beschäftigt Diehl, die über mehrere Generationen bis heute nachwirkenden Traumata des Zweiten Weltkriegs.

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