JAHRESPROGRAMM 2020

Das Haus am Waldsee setzt sein Ausstellungsprogramm mit Schwerpunkt internationaler zeitgenössischer Kunst aus und in Berlin im Jahr 2020 mit vier deutschen, einem amerikanischen und einem russischen Künstler fort. Vier Maler, Architekten und Bildhauer stehen einer Architektin und einer Bildhauerin gegenüber. Wie schon in den vergangenen Jahren kommen unterschiedliche Medien, Malerei, Plastik, Architektur einer Generation zu Wort, die überwiegend in den 1960er Jahren geboren wurden und weltweit ausstellen. Inhaltlich geht es um Marketingsprache und Fake-News, um Architektur für Roboter und Menschen und um Visionen des Kosmischen im Zeitalter technischer Expansion. Alle Ausstellungen werden von Katja Blomberg kuratiert, Barkow Leibinger zusammen mit Ludwig Engel. Alle Ausstellungen werden von einem umfangreichen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm begleitet. Zu jeder Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König.

Alle Laufzeiten sind unter Vorbehalt zu verstehen.

 

Bernhard Martin – Image Ballett

21. April bis 5. Juli 2020

Der international bekannte Maler Bernhard Martin (*1966, lebt und arbeitet in Berlin) schafft im Rahmen seiner Einzelausstellung einen großen Zyklus „Le Mot“ („Das Wort“) speziell für die Erdgeschossräume des Hauses am Waldsee. Die Inhalte gehen von der Sprache aus, wie sie bei InfluencerInnen, auf Pressekonferenzen oder bei Staatsbesuchen zur Attitüde der Übertreibung geworden ist. Martin greift für die Darstellung der sprachlichen Veränderungen, die zu Fake News führen, zu einer glatten, differenzierten Malerei ohne handschriftlichen Duktus. Voller Humor und mit ikonografischer Vehemenz rufen seine Bilder zu einer neuen Wahrnehmung von Sprache und Mediengegenwart auf. Auch in den älteren Arbeiten, die im Obergeschoss des Hauses gezeigt werden, geht es um Sprache und Abgründe im Medium der Malerei.

 

Barkow Leibinger – Architektur zwischen Mensch und Maschine

18. Juli bis 4. Oktober 2020

Mit der Ausstellung Barkow Leibinger – Architektur zwischen Mensch und Maschine will das Haus am Waldsee das Werk des amerikanisch-deutschen Architektenpaares Frank Barkow (*1957) und Regine Leibinger (*1963) würdigen. Damit wird nach GRAFT, Haus Rucker&Co. und Juergen Mayer H. zum vierten Mal eine international herausragende Architektenposition im Haus am Waldsee vorgestellt, die seit Jahrzehnten in Berlin verankert ist, weltweit baut, der bildenden Kunst nahesteht und noch nie mit einer eigenen Ausstellung in Berlin geehrt wurde. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen der Pavillonbau von Barkow Leibinger sowie die Entwicklung neuer Materialien und Raumorganisationen in Bezug auf automatisierte Fertigungsabläufe in Industriebetrieben, die auch von Menschen genutzt werden. 

 

Berta Fischer, Björn Dahlem, Naum Gabo – Utopien des Kosmischen (Arbeitstitel)

16. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021

Einhundert Jahre nach der Veröffentlichung des „Realistischen Manifestes“ durch die russischen Konstruktivisten und Brüder Antoine Pevsner und Naum Gabo bringt das Haus am Waldsee mit Berta Fischer (*1973), Björn Dahlem (*1974) und Naum Gabo (1890 – 1977) drei herausragende BildhauervisionärInnen zusammen, die über die Vorstellungen von Zukunft in einen spannenden Dialog treten werden. Sowohl ihre ungewöhnlichen Materialien, ihre naturwissenschaftlichen Werkbezüge, als auch die Auffassung von Form als dynamisches Raum-Zeit-Konstrukt sind den drei KünstlerInnen gemeinsam. Analogien zu naturwissenschaftlichen Forschungen, speziell zur Astrophysik bilden eine weitere gemeinsame Basis. Alle drei KünstlerInnen werden international wahrgenommen und leben oder lebten in Berlin.

 

 

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