Ausstellung
Carol Rhodes

Carol Rhodes, Roads, Buildings (Evening), 2013-2014, Öl auf Holz, 51 x 53 cm. Courtesy Toby Treves

Carol Rhodes

2.2. – 5.5.2024

Im Februar 2024 präsentiert das Haus am Waldsee zwei parallel stattfindende Ausstellungen der amerikanischen Künstlerin Jenna Bliss (*1984 New York) und der schottischen Malerin Carol Rhodes (*1959 Edinburgh; † 2018 Glasgow). Die Verwendung zeitlich oder räumlich distanzierter Perspektiven, die neue Blickwinkel auf etablierte Narrative erlauben, sind prägend für das Schaffen beider Künstlerinnen. Indem alltägliche Beobachtungen, Spekulationen und akribische Recherchen miteinander verbunden werden, bilden die beiden Ausstellungen einen Raum, in dem Fakt und Fiktion aufeinandertreffen und die größere Tragweite struktureller menschlicher Eingriffe erfahrbar wird.

Carol Rhodes widmete sich in ihrem Werk vor allem Landschaften, die gemeinhin wenig Beachtung finden: postindustrielle Gebiete durchzogen von Industrieanlagen, Flughäfen, Autobahnen oder Stauseen, die den unaufhaltsamen Fluss von Material und Arbeit ins Bewusstsein rufen. Menschliche Aktivität ist in ihren Bildern allgegenwärtig, der Mensch selbst hingegen nicht auffindbar. Dieses Schwanken zwischen einer diffusen An- und Abwesenheit, zwischen dem vermeintlich Erkennbaren sowie dem Abstrakten ist charakteristisch für die Malerei der Künstlerin. Ihre Bilder gründen auf Erfahrungen und Eindrücken in der realen Welt, sind jedoch fiktive Synthesen, die sich aus unterschiedlichen Quellen zusammensetzen. Neben Landkarten, Umweltstudien, oder Fotografien, die sie in Büchern zu Stadtplanung, Geografie oder Geologie vorfand, bezog sie auch eigene Bilder ein, die sie mitunter aus Helikoptern oder Flugzeugen selbst mit der Kamera aufnahm. All diese unterschiedlichen Quellen transzendierte Rhodes im Zuge eines komplexen Malprozesses, der zahlreiche Skizzen, Zeichnungen und Überarbeitungen umfasste. Ihre Szenen erscheinen vertraut und zugleich merkwürdig, alltäglich und dennoch geheimnisvoll. 

Die Ausstellung im Haus am Waldsee versammelt eine Auswahl von Werken aus den Jahren 1993–2015 und präsentiert neben Malereien auch einige der zu Lebzeiten nur selten ausgestellten Zeichnungen der Künstlerin.

 

Ausstellungsbooklet

Die Ausstellung wird gefördert durch: 

Besonderer Dank gilt: 

Alison Jacques, London

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