Ausstellung
Jenna Bliss

Jenna Bliss, Conspiracy, 2021 (Film-Still), SD-Video, 01:46 Min., Loop. Courtesy die Künstlerin und FELIX GAUDLITZ, Wien

Jenna Bliss

2.2. – 5.5.2024

Im Februar 2024 präsentiert das Haus am Waldsee zwei parallel stattfindende Ausstellungen der amerikanischen Künstlerin Jenna Bliss (*1984 New York) und der schottischen Malerin Carol Rhodes (*1959 Edinburgh; † 2018 Glasgow). Die Verwendung zeitlich oder räumlich distanzierter Perspektiven, die neue Blickwinkel auf etablierte Narrative erlauben, sind prägend für das Schaffen beider Künstlerinnen. Indem alltägliche Beobachtungen, Spekulationen und akribische Recherchen miteinander verbunden werden, bilden die beiden Ausstellungen einen Raum, in dem Fakt und Fiktion aufeinandertreffen und die größere Tragweite struktureller menschlicher Eingriffe erfahrbar wird.

Seit Jahren beschäftigt sich die US-amerikanische Künstlerin und Filmemacherin Jenna Bliss mit den politischen Dimensionen, die unserer Art zu sehen und zu erzählen innewohnen. Bliss arbeitet in ihrer Kunst vorrangig mit Filmen, Fotografien, Skulpturen und Collagen. Ihre Arbeiten sind von detaillierten Recherchen über oft unbeachtete und randständige Themen geprägt, die dennoch wichtige weltpolitische Ereignisse reflektieren. Mittels künstlerischer Forschung und intuitiver Assoziationen durchforstet Bliss dabei kollektive Erinnerungen, hinterfragt gängige Annahmen und erweitert so ein offizielles Narrativ. Für ihre erste institutionelle Ausstellung in Deutschland vereint sie zwei ihrer jüngsten Projekte, die Teil einer Serie von Arbeiten sind, die sich mit der jüngeren Historie der Wall Street und den weitreichenden Folgen hochriskanter Finanzspekulation beschäftigen. Die Ausstellung versammelt die beiden ersten Werke dieser Reihe, die sich mit dem 11. September 2001 und dem Finanzcrash von 2008 befassen. Beide Ereignisse werden in Werkkonstellationen untersucht, die ihre Motive durch eine Mischung aus Fakt und Fiktion, Abstraktion und Detail beleuchten und ein weitsichtiges Porträt zeichnen, das größere Muster erkennen lässt. Durch die Montage von selbstgedrehten und gefundenen Aufnahmen sowie Archivalien in Form von Text und Bild entlockt Bliss dem Material innewohnende Ideologien und legt auf den ersten Blick unsichtbar bleibende, historische Verkettungen offen.

Jenna Bliss ist Künstlerin, Filmemacherin und Video-Editorin. Sie lebt in New York, USA.

 

Ausstellungsbooklet

Die Ausstellung wird gefördert durch:

Besonderer Dank gilt: 

FELIX GAUDLITZ, Wien

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