Skulpturenpark

Das Haus am Waldsee nutzt seine 10.000 qm große Parkanlage seit 2005 für einen Skulpturenpark. Hier wird der Skulpturenbegriff der Gegenwart anhand ausgewählter Arbeiten diskutiert.

 

Markus Jeschaunig (*1982)
The Weather Project, 2018, Nebelinstallation auf dem Waldsee

 

Markus Jeschaunig arbeitet an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Kunst. Zum Baustellenfest im Sommer 2018 hat er „The Weather Project“ auf dem Waldsee realisiert. Die Installation im Wasser lässt ein Klimaphänomen auf dem See entstehen.

Foto: Markus Jeschaunig

Karl Hartung (1908–1967)
Flügelsäule, 1960/61

 

Flügelformen beschäftigen Karl Hartung schon in den 30er Jahren. Werke zwischen Figuration und biomorpher Abstraktion entstehen im Sinne Henry Moores seit 1935. Ein Jahr später siedelt Hartung nach Berlin über. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft – 1943 konnte er Picasso in Paris besuchen – wird er 1950 an die eben wiedereröffnete Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen, deren stellvertretender Direktor er 1959 bis 1964 ist. Teilnahmen an allen internationalen Großausstellungen wie documenta, Biennale Venedig, Sao Paulo, Weltausstellung in Brüssel, etc. Überwindung der Schwerkraft, Wachstumsformen analog zur Natur, Übergänge zwischen inneren und äußeren Formen sind Stichworte zum Verständnis dieser nach Leichtigkeit strebenden Figur.

Foto: Bernd Borchardt

Thomas Rentmeister (*1964)
Depot, gestern, 2009

 

Seit einigen Jahren baut Thomas Rentmeister Skulpturen aus gestapelten Kühlschränken. Er bringt Dinge des Alltags, die der Hygiene und direkt oder indirekt dem Wohl unseres Körpers dienen, zusammen. Statt wie in früheren Arbeiten die Oberflächen und Zwischenräume mit Penatencreme zu füllen, überlässt der Künstler die Kühlschrankkörper, analog zum menschlichen Alterungsprozess, dem Verfall und provoziert unser ästhetisches Empfinden. Rentmeister hatte 2007 die Einzelausstellung „Mehr“ im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt

Francis Zeischegg (*1956)
 Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern, 2002

 

In einer forstwirtschaftlichen Zeitschrift stieß die Künstlerin 2011 in Potsdam auf den „Jagdschutzholzstapel“. Diese als Holzstapel getarnte Hütte war in DDR Zeiten zum Aufspüren von „Wilderern“ eingesetzt worden.
Nachbau einer DDR-Forstschutzeinrichtung, Rundholz, Kiefer, Duplexplatten geölt, Edelstahlverbindungen.

Foto: Bernd Borchardt

Tony Cragg_Versus_Haus am Waldsee

Tony Cragg (*1949)
Versus, 2011/19, Bronze, orange lackiert, 160 x 150 cm

 

Die erste Version dieser Skulptur mit nahezu kreisrundem Umriss entstand 2011 aus orange lackiertem Schichtholz für eine Ausstellung von Tony Cragg im Pariser Louvre. In den Folgejahren entstanden Bronzen unterschiedlicher Größen. Darunter stellt die 2019 für das Haus am Waldsee entstandene Version die zweitgrößte dar. „Versus“ gehört zur Werkgruppe der Rational Beings, in der Cragg das Motiv des Stapels wieder aufgreift. Scheinbar weiches Material scheint unter seinem Eigengewicht wie Eis oder Heißes Metall zu schmelzen. Materie wird zu Energie, Energie zu Materie.

Foto: Bernd Borchardt

Jo Schöpfer, Sfera, 2001, Foto: Paul Schöpfer, VG Bild-Kunst Bonn 2019

Jo Schöpfer (*1951)
Sfera, 2001, Aluminium, Durchmesser 140 cm,

 

Schöpfers abstrakte Plastik aus Aluminiumbändern gibt ein sphärisches Geflecht wieder, das um einen leeren Kern kreist und auf Spuren sich bewegender Himmelskörper hinweist.

Jo Schöpfer studierte 1974-1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart. Von 1985 bis 1990 war er Dozent an der Fakultät für Architektur an der Universität Karlsruhe.

Foto: Paul Schöpfer, VG Bild-Kunst Bonn 2019

Peter Ablinger (*1959)
Weiss / Weisslich 30, 2008, Schilf, Wind

 

Die Klanginstallation des österreichischen Komponisten Peter Ablinger steht in direktem Kontakt zu den natürlichen Geräuschen ihrer Umgebung. So bildet erst die Differenz zwischen dem Rauschen von Laubbäumen und Schilf das eigentliche Thema. Peter Ablinger hatte 2008 seine Einzelausstellung „Hören hören“ im Haus am Waldsee.

Daniel Pflumm (*1968)
Lichtobjekt o.T., 2006–09

 

Wie ein großes Essoschild mit blauem Rand leuchtet das Lichtobjekt von Daniel Pflumm am vorderen Rand des Vorgartens und wirbt für das Ausstellungshaus bei Passanten und Autofahrern. Pflumm arbeitet mit den Zeichen der Werbung, ohne deren Markennamen zu nutzen. Das leere Schild wird zum Zeichen der Werbung schlechthin. Der Betrachter kann sich fragen, wie selbstverständlich und ohne nachzudenken er den entsprechenden Schriftzug ergänzt. Der international durch zahlreiche Ausstellungen bekannt gewordene Pflumm hat an der Gruppenschau „Anstoss Berlin“ im Haus am Waldsee teilgenommen.

Lichtskulpturen

Susanne Rottenbacher (*1969)
Sturm und Drang, 2019, LED

 

Für das Eingangstor des neuen Hauses am Waldsee entstand 2019 als Auftragsarbeit die doppelte Lichtinstallation Sturm und Drang. Farbige LED-Bahnen kreisen konzentriert um ein Zentrum, von dem aus Dynamik in den Raum führt.

1969 in Göttingen geboren, studierte Rottenbacher zunächst an der Columbia University in New York Bühnenbild. In London setzte sie dann ihr Studium an der Bartlett School of Architecture and Planning fort, nun mit dem Schwerpunkt Lichtgestaltung. Nach zahlreichen Aufträgen als Bühnen- und Lichtbildnerin wandte sich Rottenbacher 2004 der freien Kunst zu.

Foto: Claus Rottenbacher

Markus Jeschaunig (*1982)
The Weather Project, 2018, Nebelinstallation auf dem Waldsee

 

Markus Jeschaunig arbeitet an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Kunst. Zum Baustellenfest im Sommer 2018 hat er „The Weather Project“ auf dem Waldsee realisiert. Die Installation im Wasser lässt ein Klimaphänomen auf dem See entstehen.

Foto: Markus Jeschaunig

Thomas Rentmeister (*1964)
Depot, gestern, 2009

 

Seit einigen Jahren baut Thomas Rentmeister Skulpturen aus gestapelten Kühlschränken. Er bringt Dinge des Alltags, die der Hygiene und direkt oder indirekt dem Wohl unseres Körpers dienen, zusammen. Statt wie in früheren Arbeiten die Oberflächen und Zwischenräume mit Penatencreme zu füllen, überlässt der Künstler die Kühlschrankkörper, analog zum menschlichen Alterungsprozess, dem Verfall und provoziert unser ästhetisches Empfinden. Rentmeister hatte 2007 die Einzelausstellung „Mehr“ im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt

Tony Cragg_Versus_Haus am Waldsee

Tony Cragg (*1949)
Versus, 2011/19, Bronze, orange lackiert, 160 x 150 cm

 

Die erste Version dieser Skulptur mit nahezu kreisrundem Umriss entstand 2011 aus orange lackiertem Schichtholz für eine Ausstellung von Tony Cragg im Pariser Louvre. In den Folgejahren entstanden Bronzen unterschiedlicher Größen. Darunter stellt die 2019 für das Haus am Waldsee entstandene Version die zweitgrößte dar. „Versus“ gehört zur Werkgruppe der Rational Beings, in der Cragg das Motiv des Stapels wieder aufgreift. Scheinbar weiches Material scheint unter seinem Eigengewicht wie Eis oder Heißes Metall zu schmelzen. Materie wird zu Energie, Energie zu Materie.

Foto: Bernd Borchardt

Peter Ablinger (*1959)
Weiss / Weisslich 30, 2008, Schilf, Wind

 

Die Klanginstallation des österreichischen Komponisten Peter Ablinger steht in direktem Kontakt zu den natürlichen Geräuschen ihrer Umgebung. So bildet erst die Differenz zwischen dem Rauschen von Laubbäumen und Schilf das eigentliche Thema. Peter Ablinger hatte 2008 seine Einzelausstellung „Hören hören“ im Haus am Waldsee.

Lichtskulpturen

Susanne Rottenbacher (*1969)
Sturm und Drang, 2019, LED

 

Für das Eingangstor des neuen Hauses am Waldsee entstand 2019 als Auftragsarbeit die doppelte Lichtinstallation Sturm und Drang. Farbige LED-Bahnen kreisen konzentriert um ein Zentrum, von dem aus Dynamik in den Raum führt.

1969 in Göttingen geboren, studierte Rottenbacher zunächst an der Columbia University in New York Bühnenbild. In London setzte sie dann ihr Studium an der Bartlett School of Architecture and Planning fort, nun mit dem Schwerpunkt Lichtgestaltung. Nach zahlreichen Aufträgen als Bühnen- und Lichtbildnerin wandte sich Rottenbacher 2004 der freien Kunst zu.

Foto: Claus Rottenbacher

Karl Hartung (1908–1967)
Flügelsäule, 1960/61

 

Flügelformen beschäftigen Karl Hartung schon in den 30er Jahren. Werke zwischen Figuration und biomorpher Abstraktion entstehen im Sinne Henry Moores seit 1935. Ein Jahr später siedelt Hartung nach Berlin über. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft – 1943 konnte er Picasso in Paris besuchen – wird er 1950 an die eben wiedereröffnete Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen, deren stellvertretender Direktor er 1959 bis 1964 ist. Teilnahmen an allen internationalen Großausstellungen wie documenta, Biennale Venedig, Sao Paulo, Weltausstellung in Brüssel, etc. Überwindung der Schwerkraft, Wachstumsformen analog zur Natur, Übergänge zwischen inneren und äußeren Formen sind Stichworte zum Verständnis dieser nach Leichtigkeit strebenden Figur.

Foto: Bernd Borchardt

Francis Zeischegg (*1956)
 Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern, 2002

 

In einer forstwirtschaftlichen Zeitschrift stieß die Künstlerin 2011 in Potsdam auf den „Jagdschutzholzstapel“. Diese als Holzstapel getarnte Hütte war in DDR Zeiten zum Aufspüren von „Wilderern“ eingesetzt worden.
Nachbau einer DDR-Forstschutzeinrichtung, Rundholz, Kiefer, Duplexplatten geölt, Edelstahlverbindungen.

Foto: Bernd Borchardt

Jo Schöpfer, Sfera, 2001, Foto: Paul Schöpfer, VG Bild-Kunst Bonn 2019

Jo Schöpfer (*1951)
Sfera, 2001, Aluminium, Durchmesser 140 cm,

 

Schöpfers abstrakte Plastik aus Aluminiumbändern gibt ein sphärisches Geflecht wieder, das um einen leeren Kern kreist und auf Spuren sich bewegender Himmelskörper hinweist.

Jo Schöpfer studierte 1974-1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart. Von 1985 bis 1990 war er Dozent an der Fakultät für Architektur an der Universität Karlsruhe.

Foto: Paul Schöpfer, VG Bild-Kunst Bonn 2019

Daniel Pflumm (*1968)
Lichtobjekt o.T., 2006–09

 

Wie ein großes Essoschild mit blauem Rand leuchtet das Lichtobjekt von Daniel Pflumm am vorderen Rand des Vorgartens und wirbt für das Ausstellungshaus bei Passanten und Autofahrern. Pflumm arbeitet mit den Zeichen der Werbung, ohne deren Markennamen zu nutzen. Das leere Schild wird zum Zeichen der Werbung schlechthin. Der Betrachter kann sich fragen, wie selbstverständlich und ohne nachzudenken er den entsprechenden Schriftzug ergänzt. Der international durch zahlreiche Ausstellungen bekannt gewordene Pflumm hat an der Gruppenschau „Anstoss Berlin“ im Haus am Waldsee teilgenommen.

 

ARCHIV

Lynn Chadwick (1914–2003)
Beast Alerted I, 1990, Edelstahl

 

Ende der 1980er Jahre nimmt der britische Bildhauer Lynn Chadwick die Arbeit an Tierdarstellungen wieder auf, wie sie seit Ende der 1950er Jahren in Bronze entstanden waren und 1960 im Haus am Waldsee ausgestellt wurden.
Beast Alerted I
entsteht 1990 zugleich in Bronze und Edelstahl. Die hier ausgestellte Edelstahlversion zeigt, wie stark der Künstler Konstruktion und klare Flächen in den Mittelpunkt stellt. Diese von allen Sichtseiten durchformulierte Formensprache erinnert an die ursprüngliche Ausbildung Chadwicks als Architekt. Beast Alerted I gehört zu einer Gruppe von fünf „wilden“ Tieren, die 1989/90 auf dem weitläufigen Gelände des Künstlers in Gloucester, westlich von London, aufgestellt wurden. Sie kommunizieren unmittelbar mit der Natur und wirken doch wie außerirdisch.

Foto: Roman März

Olav Christopher Jenssen (*1954)
Lingaphone, 2008, PVC lackiert

 

Aus gefalteten und ausgeschnittenen Papierblättern heraus entwickelte Scheibenplastiken, die als Rahmen, Projektionsflächen und Leerstellen in der Natur verstanden werden können. Olav Christopher Jenssen ist Maler. Er arbeitet an den Übergängen zwischen Bewusstsein und Intuition und hatte 2008 die Einzelausstellung „Zeitweise“ im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt

Erik Steinbrecher (*1963) 
 ALPAMARE, 2010/2012, Aluminiumguss

 

Des Schweizer Konzeptkünstler Erik Steinbrecher hat eine hybride Skulptur aus vier Teilen geschaffen. Sie ähnelt einer Gruppe von Bäumchen mit Stämmen und Kronen. Aus Bambusschilf werden Stämme. Brotkronen stellen eine Art Gewächs oder Frucht dar. Der Künstler bewertet Toastscheiben als Material; Weissbrot zum Essen vom Fließband. Aber auch für „feine“ Häppchen, als Croque Monsieur, als Sandwich etc.. Toast ist das letzte Brot, das man noch nächtens an Tankstellen kaufen kann. Die Arbeit reflektiert unser Verhältnis zu Leib und Seele.

Foto: Bernd Borchardt

Tony Cragg (*1949)
Outspan, 2008, Bronze

 

Foto: Berndt Borchardt

Werner Aisslinger (*1964)
Loftcube, 2003

 

Werner Aisslinger setzte seine Wohnvision erstmals vor vier Jahren in die Realität um – im Himmel über Berlin. Während des DESIGNMAI BERLIN 2003, dem ersten Design-Festival der deutschen Hauptstadt konnte die Innovation, der mobile Wohncontainer, erstmals als Prototyp besichtigt werden. Der international renommierte Gestalter hat sich die Frage gestellt: „Wie könnte eine vorübergehende, minimale Wohneinheit aussehen, die nomadisch lebenden Menschen in Großstädten und verdichten urbanen Zonen einen persönlich Rückzugsort für kurze Zeiträume bieten könnte? Anstelle theoretischer Exkurse stellte er gleich die Realisierung zur Diskussion.
Der Ort ist spektakulär: direkt am Waldsee und damit nicht wie einst an der Spree, auf dem Dach eines ehemaligen Eierkühlhauses. Damals demostrierten zwei „Loftcubes“ die neue Möglichkeit des Siedelns in der Großstadt. Jetzt ist der Cube in der Natur angekommen. Viele Menschen arbeiten weit von der Natur entfernt. Ihre besondere Lebensqualität könnte durch den meditativen Rückzugsort „Art Cube“ erheblich verbessert werden.
Mit dem architektonischen Begriff „fliegende Bauten“, der für temporäre, nicht ortsgebundene Architektur verwendet wird, spielt der Designer Werner Aisslinger auch auf die Mobilität seiner Wohn-Container an. In seiner teuersten Version ist es der Transport per Lasthubschrauber zum nächsten Ort. Auch andere Transportwege wie per Mobilkran sind möglich, außerdem ist das modular aufgebaute Gehäuse zerlegbar und damit an jedem Ort zwischen Bergeinsamkeit und Großstadtflachdach, zwischen Waldsee und Potsdamer Platz denkbar.

Foto: Bernd Borchardt

Social Knit Work Berlin 
2015, Strickteppich

 

Der 20 Meter lange, rot gepixelte Strickteppich zum See wurde von der Guerilla-Knitting Bewegung in den USA inspiriert. Regelmäßig treffen sich seit 2011 Frauen in Friedenau und anderswo zum Stricken und Umgarnen öffentlicher Räume. Die Berliner Gruppe war zuletzt 2014 Gast bei der Triennale Bingen („Haus mit Kaugummiautomat“). Bis Ende August 2015 lädt der Teppich im Skulpturenpark des Hauses am Waldsee zum Verweilen und Träumen ein. Bitte nehmen Sie Platz oder legen sich – ohne Schuhe – und genießen.

Foto: Haus am Waldsee

Simon Faithfull (*1966)
Shy Fountain, 2018

 

Die Fontäne im See existiert nur, wenn niemand da ist. Sobald sich der Betrachter nähert, verschwindet das ephemere Kunstwerk. Nur Stille bringt es in den Bereich der Sichtbarkeit zurück. Simon Faithfull ist Videokünstler und Zeichner. Er hatte 2009 die Doppelausstellung „Schwerelos“ mit Carla Guagliardi im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt 

Michael Sailstorfer (*1979)
Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach), 2001

 

Bushaltestelle, Bett, Küche, Tisch, Stuhl, Regal, Toilette, Tür, Licht, Strom, Wasser. Sailstorfer interessiert sich für das Absurde unserer auf Mobilität gestimmten Gesellschaft. Als fünf Bushaltestellen in seiner niederbayerischen Heimatgemeinde ersetzt werden sollten, erwarb und bearbeitete er sie. Als Überlebenseinheit mit Bett, Stuhl, Tisch, Herd und Abort ausgestattet, verkürzt die Schutzhütte den scheinbaren Raum zwischen Wohnen und Unterwegssein.

Ina Weber (*1964)
Trümmerbahnen, 2004

 

Die Künstlerin hat in Kassel unter anderem bei Martin Kippenberger studiert. Es gehört zur subversiven künstlerischen Strategie der in Berlin lebenden Bildhauerin, ihren Blick auf die urbanen,  zumeist profan-banalen und damit nahezu aus dem Bewusstsein entschwundenen Stadtmöblierungen zu richten. Daraus führt sie im Haus am Waldsee eine Minigolfanlage vor, die mit Bauruinen als bespielbare Hindernisse ausgestattet ist. In heiter entlarvender Art führt Weber befremdlich dimensionierte Modellsituationen vor Augen. Ina Weber wird 2012 eine Ausstellung im Haus am Waldsee erhalten.

Foto: Bernd Borchardt

Katinka Pilscheur (*1974)
9-2007-2, 2007, Lastwagenplane

 

Für ihre Arbeiten verwendet Katinka Pilscheur Materialien und Farben des Alltags. Diese werden in neue Zusammenhänge übertragen und ortsspezifisch aufgebaut. In diesem Fall wurden zwei überdimensionale Kopfkissen-Objekte aus Lastwagenplanen so übereinander gelegt, dass sie, wie nach einer durchschlafenen Nacht, „gebraucht“ erscheinen. Das Intime wird öffentlich. 

Foto: Bernd Borchardt 

Wilhelm Mundt (*1959)
Trashstone 412, 2006

 

Seit den 90er Jahren verhüllt und verpackt Wilhelm Mundt den Abfall seines Ateliers zu fest in PVC Folie eingeschweißten „Steinen“, die ihre Form allein durch die in ihrem Inneren befindlichen Gegenstände erhalten. Tonnenschwer wirkt der 2006 entstandene Stein Nummer 412 wie eine Zeitkapsel, die voller Energie steckt. Der aus der Nähe von Düsseldorf stammende Künstler lehrt an der Kunstakademie Dresden.

Foto: Bernd Borchardt

William Engelen (*1964)
Meteophon, 2009

 

Die Klangarbeit des niederländischen Künstlers William Engelen im Bauwagen macht die aktuellen Wetterwerte hörbar. Indem sie sie mit den Mittelwerten der letzten zehn Jahre vergleicht, entsteht aus dem Moment und den geltenden Abweichungen heraus eine Symphonie aus Froschquaken, Celloklang, Gartenliedsingen oder Apfelkauen.

Foto: Bernd Borchardt

Jeppe Hein (*1974)
Modified Social Bench #4

 

Foto: Bernd Borchardt

Lynn Chadwick (1914–2003)
Beast Alerted I, 1990, Edelstahl

 

Ende der 1980er Jahre nimmt der britische Bildhauer Lynn Chadwick die Arbeit an Tierdarstellungen wieder auf, wie sie seit Ende der 1950er Jahren in Bronze entstanden waren und 1960 im Haus am Waldsee ausgestellt wurden.
Beast Alerted I
entsteht 1990 zugleich in Bronze und Edelstahl. Die hier ausgestellte Edelstahlversion zeigt, wie stark der Künstler Konstruktion und klare Flächen in den Mittelpunkt stellt. Diese von allen Sichtseiten durchformulierte Formensprache erinnert an die ursprüngliche Ausbildung Chadwicks als Architekt. Beast Alerted I gehört zu einer Gruppe von fünf „wilden“ Tieren, die 1989/90 auf dem weitläufigen Gelände des Künstlers in Gloucester, westlich von London, aufgestellt wurden. Sie kommunizieren unmittelbar mit der Natur und wirken doch wie außerirdisch.

Foto: Roman März

Erik Steinbrecher (*1963) 
 ALPAMARE, 2010/2012, Aluminiumguss

 

Des Schweizer Konzeptkünstler Erik Steinbrecher hat eine hybride Skulptur aus vier Teilen geschaffen. Sie ähnelt einer Gruppe von Bäumchen mit Stämmen und Kronen. Aus Bambusschilf werden Stämme. Brotkronen stellen eine Art Gewächs oder Frucht dar. Der Künstler bewertet Toastscheiben als Material; Weissbrot zum Essen vom Fließband. Aber auch für „feine“ Häppchen, als Croque Monsieur, als Sandwich etc.. Toast ist das letzte Brot, das man noch nächtens an Tankstellen kaufen kann. Die Arbeit reflektiert unser Verhältnis zu Leib und Seele.

Foto: Bernd Borchardt

Werner Aisslinger (*1964)
Loftcube, 2003

 

Werner Aisslinger setzte seine Wohnvision erstmals vor vier Jahren in die Realität um – im Himmel über Berlin. Während des DESIGNMAI BERLIN 2003, dem ersten Design-Festival der deutschen Hauptstadt konnte die Innovation, der mobile Wohncontainer, erstmals als Prototyp besichtigt werden. Der international renommierte Gestalter hat sich die Frage gestellt: „Wie könnte eine vorübergehende, minimale Wohneinheit aussehen, die nomadisch lebenden Menschen in Großstädten und verdichten urbanen Zonen einen persönlich Rückzugsort für kurze Zeiträume bieten könnte? Anstelle theoretischer Exkurse stellte er gleich die Realisierung zur Diskussion.
Der Ort ist spektakulär: direkt am Waldsee und damit nicht wie einst an der Spree, auf dem Dach eines ehemaligen Eierkühlhauses. Damals demostrierten zwei „Loftcubes“ die neue Möglichkeit des Siedelns in der Großstadt. Jetzt ist der Cube in der Natur angekommen. Viele Menschen arbeiten weit von der Natur entfernt. Ihre besondere Lebensqualität könnte durch den meditativen Rückzugsort „Art Cube“ erheblich verbessert werden.
Mit dem architektonischen Begriff „fliegende Bauten“, der für temporäre, nicht ortsgebundene Architektur verwendet wird, spielt der Designer Werner Aisslinger auch auf die Mobilität seiner Wohn-Container an. In seiner teuersten Version ist es der Transport per Lasthubschrauber zum nächsten Ort. Auch andere Transportwege wie per Mobilkran sind möglich, außerdem ist das modular aufgebaute Gehäuse zerlegbar und damit an jedem Ort zwischen Bergeinsamkeit und Großstadtflachdach, zwischen Waldsee und Potsdamer Platz denkbar.

Foto: Bernd Borchardt

Simon Faithfull (*1966)
Shy Fountain, 2018

 

Die Fontäne im See existiert nur, wenn niemand da ist. Sobald sich der Betrachter nähert, verschwindet das ephemere Kunstwerk. Nur Stille bringt es in den Bereich der Sichtbarkeit zurück. Simon Faithfull ist Videokünstler und Zeichner. Er hatte 2009 die Doppelausstellung „Schwerelos“ mit Carla Guagliardi im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt 

Ina Weber (*1964)
Trümmerbahnen, 2004

 

Die Künstlerin hat in Kassel unter anderem bei Martin Kippenberger studiert. Es gehört zur subversiven künstlerischen Strategie der in Berlin lebenden Bildhauerin, ihren Blick auf die urbanen,  zumeist profan-banalen und damit nahezu aus dem Bewusstsein entschwundenen Stadtmöblierungen zu richten. Daraus führt sie im Haus am Waldsee eine Minigolfanlage vor, die mit Bauruinen als bespielbare Hindernisse ausgestattet ist. In heiter entlarvender Art führt Weber befremdlich dimensionierte Modellsituationen vor Augen. Ina Weber wird 2012 eine Ausstellung im Haus am Waldsee erhalten.

Foto: Bernd Borchardt

Wilhelm Mundt (*1959)
Trashstone 412, 2006

 

Seit den 90er Jahren verhüllt und verpackt Wilhelm Mundt den Abfall seines Ateliers zu fest in PVC Folie eingeschweißten „Steinen“, die ihre Form allein durch die in ihrem Inneren befindlichen Gegenstände erhalten. Tonnenschwer wirkt der 2006 entstandene Stein Nummer 412 wie eine Zeitkapsel, die voller Energie steckt. Der aus der Nähe von Düsseldorf stammende Künstler lehrt an der Kunstakademie Dresden.

Foto: Bernd Borchardt

Jeppe Hein (*1974)
Modified Social Bench #4

 

Foto: Bernd Borchardt

Olav Christopher Jenssen (*1954)
Lingaphone, 2008, PVC lackiert

 

Aus gefalteten und ausgeschnittenen Papierblättern heraus entwickelte Scheibenplastiken, die als Rahmen, Projektionsflächen und Leerstellen in der Natur verstanden werden können. Olav Christopher Jenssen ist Maler. Er arbeitet an den Übergängen zwischen Bewusstsein und Intuition und hatte 2008 die Einzelausstellung „Zeitweise“ im Haus am Waldsee.

Foto: Bernd Borchardt

Tony Cragg (*1949)
Outspan, 2008, Bronze

 

Foto: Berndt Borchardt

Social Knit Work Berlin 
2015, Strickteppich

 

Der 20 Meter lange, rot gepixelte Strickteppich zum See wurde von der Guerilla-Knitting Bewegung in den USA inspiriert. Regelmäßig treffen sich seit 2011 Frauen in Friedenau und anderswo zum Stricken und Umgarnen öffentlicher Räume. Die Berliner Gruppe war zuletzt 2014 Gast bei der Triennale Bingen („Haus mit Kaugummiautomat“). Bis Ende August 2015 lädt der Teppich im Skulpturenpark des Hauses am Waldsee zum Verweilen und Träumen ein. Bitte nehmen Sie Platz oder legen sich – ohne Schuhe – und genießen.

Foto: Haus am Waldsee

Michael Sailstorfer (*1979)
Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach), 2001

 

Bushaltestelle, Bett, Küche, Tisch, Stuhl, Regal, Toilette, Tür, Licht, Strom, Wasser. Sailstorfer interessiert sich für das Absurde unserer auf Mobilität gestimmten Gesellschaft. Als fünf Bushaltestellen in seiner niederbayerischen Heimatgemeinde ersetzt werden sollten, erwarb und bearbeitete er sie. Als Überlebenseinheit mit Bett, Stuhl, Tisch, Herd und Abort ausgestattet, verkürzt die Schutzhütte den scheinbaren Raum zwischen Wohnen und Unterwegssein.

Katinka Pilscheur (*1974)
9-2007-2, 2007, Lastwagenplane

 

Für ihre Arbeiten verwendet Katinka Pilscheur Materialien und Farben des Alltags. Diese werden in neue Zusammenhänge übertragen und ortsspezifisch aufgebaut. In diesem Fall wurden zwei überdimensionale Kopfkissen-Objekte aus Lastwagenplanen so übereinander gelegt, dass sie, wie nach einer durchschlafenen Nacht, „gebraucht“ erscheinen. Das Intime wird öffentlich. 

Foto: Bernd Borchardt 

William Engelen (*1964)
Meteophon, 2009

 

Die Klangarbeit des niederländischen Künstlers William Engelen im Bauwagen macht die aktuellen Wetterwerte hörbar. Indem sie sie mit den Mittelwerten der letzten zehn Jahre vergleicht, entsteht aus dem Moment und den geltenden Abweichungen heraus eine Symphonie aus Froschquaken, Celloklang, Gartenliedsingen oder Apfelkauen.

Foto: Bernd Borchardt