Skulpturenpark

Das Haus am Waldsee nutzt seine 10.000 qm große Parkanlage seit 2005 für einen Skulpturenpark. Hier wird der Skulpturenbegriff der Gegenwart anhand ausgewählter Arbeiten diskutiert.

 

Markus Jeschaunig
The Weather Project

 

Markus Jeschaunig arbeitet an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Kunst. Zum Baustellenfest im Sommer 2018 hat er „The Weather Project“ auf dem Waldsee realisiert. Die Installation im Wasser lässt ein Klimaphänomen auf dem See entstehen.

Markus Jeschaunig, The Weather Project, 2018, Nebelinstallation auf dem Waldsee, Foto: Markus Jeschaunig

Karl Hartung
Flügelsäule

 

Flügelformen beschäftigen Karl Hartung schon in den 30er Jahren. Werke zwischen Figuration und biomorpher Abstraktion entstehen im Sinne Henry Moores seit 1935. Ein Jahr später siedelt Hartung nach Berlin über. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft – 1943 konnte er Picasso in Paris besuchen – wird er 1950 an die eben wiedereröffnete Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen, deren stellvertretender Direktor er 1959 bis 1964 ist. Teilnahmen an allen internationalen Großausstellungen wie documenta, Biennale Venedig, Sao Paulo, Weltausstellung in Brüssel, etc. Überwindung der Schwerkraft, Wachstumsformen analog zur Natur, Übergänge zwischen inneren und äußeren Formen sind Stichworte zum Verständnis dieser nach Leichtigkeit strebenden Figur.

Karl Hartung, Flügelsäule, 1960/61,  Foto: Bernd Borchardt

Thomas Rentmeister
Depot, gestern

 

Seit einigen Jahren baut Thomas Rentmeister Skulpturen aus gestapelten Kühlschränken. Er bringt Dinge des Alltags, die der Hygiene und direkt oder indirekt dem Wohl unseres Körpers dienen, zusammen. Statt wie in früheren Arbeiten die Oberflächen und Zwischenräume mit Penatencreme zu füllen, überlässt der Künstler die Kühlschrankkörper, analog zum menschlichen Alterungsprozess, dem Verfall und provoziert unser ästhetisches Empfinden. Rentmeister hatte 2007 die Einzelausstellung „Mehr“ im Haus am Waldsee.

Thomas Rentmeister, Depot, gestern, 2009, Foto: Bernd Borchardt

Francis Zeischegg
 Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern

 

In einer forstwirtschaftlichen Zeitschrift stieß die Künstlerin 2011 in Potsdam auf den „Jagdschutzholzstapel“. Diese als Holzstapel getarnte Hütte war in DDR Zeiten zum Aufspüren von „Wilderern“ eingesetzt worden.
Nachbau einer DDR-Forstschutzeinrichtung, Rundholz, Kiefer, Duplexplatten geölt, Edelstahlverbindungen.

Francis Zeischegg, Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern, 2002, Foto: Bernd Borchardt

Peter Ablinger
Weiss / Weisslich 30

 

Die Klanginstallation des österreichischen Komponisten Peter Ablinger steht in direktem Kontakt zu den natürlichen Geräuschen ihrer Umgebung. So bildet erst die Differenz zwischen dem Rauschen von Laubbäumen und Schilf das eigentliche Thema. Peter Ablinger hatte 2008 seine Einzelausstellung „Hören hören“ im Haus am Waldsee.

Peter Ablinger, Weiss / Weisslich 30, 2008, Schilf, Wind

Daniel Pflumm
Lichtobjekt o.T.

 

Wie ein großes Essoschild mit blauem Rand leuchtet das Lichtobjekt von Daniel Pflumm am vorderen Rand des Vorgartens und wirbt für das Ausstellungshaus bei Passanten und Autofahrern. Pflumm arbeitet mit den Zeichen der Werbung, ohne deren Markennamen zu nutzen. Das leere Schild wird zum Zeichen der Werbung schlechthin. Der Betrachter kann sich fragen, wie selbstverständlich und ohne nachzudenken er den entsprechenden Schriftzug ergänzt. Der international durch zahlreiche Ausstellungen bekannt gewordene Pflumm hat an der Gruppenschau „Anstoss Berlin“ im Haus am Waldsee teilgenommen.

Daniel Pflumm, Lichtobjekt o. T., 2006-09

Markus Jeschaunig
The Weather Project

 

Markus Jeschaunig arbeitet an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Kunst. Zum Baustellenfest im Sommer 2018 hat er „The Weather Project“ auf dem Waldsee realisiert. Die Installation im Wasser lässt ein Klimaphänomen auf dem See entstehen.

Markus Jeschaunig, The Weather Project, 2018, Nebelinstallation auf dem Waldsee, Foto: Markus Jeschaunig

Thomas Rentmeister
Depot, gestern

 

Seit einigen Jahren baut Thomas Rentmeister Skulpturen aus gestapelten Kühlschränken. Er bringt Dinge des Alltags, die der Hygiene und direkt oder indirekt dem Wohl unseres Körpers dienen, zusammen. Statt wie in früheren Arbeiten die Oberflächen und Zwischenräume mit Penatencreme zu füllen, überlässt der Künstler die Kühlschrankkörper, analog zum menschlichen Alterungsprozess, dem Verfall und provoziert unser ästhetisches Empfinden. Rentmeister hatte 2007 die Einzelausstellung „Mehr“ im Haus am Waldsee.

Thomas Rentmeister, Depot, gestern, 2009, Foto: Bernd Borchardt

Peter Ablinger
Weiss / Weisslich 30

 

Die Klanginstallation des österreichischen Komponisten Peter Ablinger steht in direktem Kontakt zu den natürlichen Geräuschen ihrer Umgebung. So bildet erst die Differenz zwischen dem Rauschen von Laubbäumen und Schilf das eigentliche Thema. Peter Ablinger hatte 2008 seine Einzelausstellung „Hören hören“ im Haus am Waldsee.

Peter Ablinger, Weiss / Weisslich 30, 2008, Schilf, Wind

Karl Hartung
Flügelsäule

 

Flügelformen beschäftigen Karl Hartung schon in den 30er Jahren. Werke zwischen Figuration und biomorpher Abstraktion entstehen im Sinne Henry Moores seit 1935. Ein Jahr später siedelt Hartung nach Berlin über. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft – 1943 konnte er Picasso in Paris besuchen – wird er 1950 an die eben wiedereröffnete Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen, deren stellvertretender Direktor er 1959 bis 1964 ist. Teilnahmen an allen internationalen Großausstellungen wie documenta, Biennale Venedig, Sao Paulo, Weltausstellung in Brüssel, etc. Überwindung der Schwerkraft, Wachstumsformen analog zur Natur, Übergänge zwischen inneren und äußeren Formen sind Stichworte zum Verständnis dieser nach Leichtigkeit strebenden Figur.

Karl Hartung, Flügelsäule, 1960/61,  Foto: Bernd Borchardt

Francis Zeischegg
 Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern

 

In einer forstwirtschaftlichen Zeitschrift stieß die Künstlerin 2011 in Potsdam auf den „Jagdschutzholzstapel“. Diese als Holzstapel getarnte Hütte war in DDR Zeiten zum Aufspüren von „Wilderern“ eingesetzt worden.
Nachbau einer DDR-Forstschutzeinrichtung, Rundholz, Kiefer, Duplexplatten geölt, Edelstahlverbindungen.

Francis Zeischegg, Jagdschutzholzstapel zur Beobachtung von Wilderern, 2002, Foto: Bernd Borchardt

Daniel Pflumm
Lichtobjekt o.T.

 

Wie ein großes Essoschild mit blauem Rand leuchtet das Lichtobjekt von Daniel Pflumm am vorderen Rand des Vorgartens und wirbt für das Ausstellungshaus bei Passanten und Autofahrern. Pflumm arbeitet mit den Zeichen der Werbung, ohne deren Markennamen zu nutzen. Das leere Schild wird zum Zeichen der Werbung schlechthin. Der Betrachter kann sich fragen, wie selbstverständlich und ohne nachzudenken er den entsprechenden Schriftzug ergänzt. Der international durch zahlreiche Ausstellungen bekannt gewordene Pflumm hat an der Gruppenschau „Anstoss Berlin“ im Haus am Waldsee teilgenommen.

Daniel Pflumm, Lichtobjekt o. T., 2006-09

 

ARCHIV

Olav Christopher Jenssen
Lingaphone

 

Aus gefalteten und ausgeschnittenen Papierblättern heraus entwickelte Scheibenplastiken, die als Rahmen, Projektionsflächen und Leerstellen in der Natur verstanden werden können. Olav Christopher Jenssen ist Maler. Er arbeitet an den Übergängen zwischen Bewusstsein und Intuition und hatte 2008 die Einzelausstellung „Zeitweise“ im Haus am Waldsee.

Olav Christopher Jenssen, Lingaphone, 2008, PVC lackiert, Foto: Bernd Borchardt

Lynn Chadwick
Beast Alerted I

 

Ende der 1980er Jahre nimmt der britische Bildhauer Lynn Chadwick die Arbeit an Tierdarstellungen wieder auf, wie sie seit Ende der 1950er Jahren in Bronze entstanden waren und 1960 im Haus am Waldsee ausgestellt wurden.
Beast Alerted I
entsteht 1990 zugleich in Bronze und Edelstahl. Die hier ausgestellte Edelstahlversion zeigt, wie stark der Künstler Konstruktion und klare Flächen in den Mittelpunkt stellt. Diese von allen Sichtseiten durchformulierte Formensprache erinnert an die ursprüngliche Ausbildung Chadwicks als Architekt. Beast Alerted I gehört zu einer Gruppe von fünf „wilden“ Tieren, die 1989/90 auf dem weitläufigen Gelände des Künstlers in Gloucester, westlich von London, aufgestellt wurden. Sie kommunizieren unmittelbar mit der Natur und wirken doch wie außerirdisch.

Lynn Chadwick, Beast Alerted I, 1990, Edelstahl, Foto: Roman März

Erik Steinbrecher
 ALPAMARE

 

Des Schweizer Konzeptkünstler Erik Steinbrecher hat eine hybride Skulptur aus vier Teilen geschaffen. Sie ähnelt einer Gruppe von Bäumchen mit Stämmen und Kronen. Aus Bambusschilf werden Stämme. Brotkronen stellen eine Art Gewächs oder Frucht dar. Der Künstler bewertet Toastscheiben als Material; Weissbrot zum Essen vom Fließband. Aber auch für „feine“ Häppchen, als Croque Monsieur, als Sandwich etc.. Toast ist das letzte Brot, das man noch nächtens an Tankstellen kaufen kann. Die Arbeit reflektiert unser Verhältnis zu Leib und Seele.

Erik Steinbrecher,  ALPAMARE, 2010/2012, Aluminiumguss, Foto: Bernd Borchardt

Tony Cragg
Outspan

 

Tony Cragg, Outspan, 2008, Bronze, Foto: Berndt Borchardt

Werner Aisslinger
Loftcube

 

Werner Aisslinger setzte seine Wohnvision erstmals vor vier Jahren in die Realität um – im Himmel über Berlin. Während des DESIGNMAI BERLIN 2003, dem ersten Design-Festival der deutschen Hauptstadt konnte die Innovation, der mobile Wohncontainer, erstmals als Prototyp besichtigt werden. Der international renommierte Gestalter hat sich die Frage gestellt: „Wie könnte eine vorübergehende, minimale Wohneinheit aussehen, die nomadisch lebenden Menschen in Großstädten und verdichten urbanen Zonen einen persönlich Rückzugsort für kurze Zeiträume bieten könnte? Anstelle theoretischer Exkurse stellte er gleich die Realisierung zur Diskussion.
Der Ort ist spektakulär: direkt am Waldsee und damit nicht wie einst an der Spree, auf dem Dach eines ehemaligen Eierkühlhauses. Damals demostrierten zwei „Loftcubes“ die neue Möglichkeit des Siedelns in der Großstadt. Jetzt ist der Cube in der Natur angekommen. Viele Menschen arbeiten weit von der Natur entfernt. Ihre besondere Lebensqualität könnte durch den meditativen Rückzugsort „Art Cube“ erheblich verbessert werden.
Mit dem architektonischen Begriff „fliegende Bauten“, der für temporäre, nicht ortsgebundene Architektur verwendet wird, spielt der Designer Werner Aisslinger auch auf die Mobilität seiner Wohn-Container an. In seiner teuersten Version ist es der Transport per Lasthubschrauber zum nächsten Ort. Auch andere Transportwege wie per Mobilkran sind möglich, außerdem ist das modular aufgebaute Gehäuse zerlegbar und damit an jedem Ort zwischen Bergeinsamkeit und Großstadtflachdach, zwischen Waldsee und Potsdamer Platz denkbar.

Werner Aisslinger, Loftcube, 2003, Foto: Bernd Borchardt

Social Knit Work Berlin

 

Der 20 Meter lange, rot gepixelte Strickteppich zum See wurde von der Guerilla-Knitting Bewegung in den USA inspiriert. Regelmäßig treffen sich seit 2011 Frauen in Friedenau und anderswo zum Stricken und Umgarnen öffentlicher Räume. Die Berliner Gruppe war zuletzt 2014 Gast bei der Triennale Bingen („Haus mit Kaugummiautomat“). Bis Ende August 2015 lädt der Teppich im Skulpturenpark des Hauses am Waldsee zum Verweilen und Träumen ein. Bitte nehmen Sie Platz oder legen sich – ohne Schuhe – und genießen.

Social Knit Work Berlin, 2015, Strickteppich, Foto: Haus am Waldsee

Simon Faithfull
Shy Fountain

 

Die Fontäne im See existiert nur, wenn niemand da ist. Sobald sich der Betrachter nähert, verschwindet das ephemere Kunstwerk. Nur Stille bringt es in den Bereich der Sichtbarkeit zurück. Simon Faithfull ist Videokünstler und Zeichner. Er hatte 2009 die Doppelausstellung „Schwerelos“ mit Carla Guagliardi im Haus am Waldsee.

Simon Faithfull, Shy Fountain, 2008, Foto: Bernd Borchardt 

Michael Sailstorfer
Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach)

 

Bushaltestelle, Bett, Küche, Tisch, Stuhl, Regal, Toilette, Tür, Licht, Strom, Wasser. Sailstorfer interessiert sich für das Absurde unserer auf Mobilität gestimmten Gesellschaft. Als fünf Bushaltestellen in seiner niederbayerischen Heimatgemeinde ersetzt werden sollten, erwarb und bearbeitete er sie. Als Überlebenseinheit mit Bett, Stuhl, Tisch, Herd und Abort ausgestattet, verkürzt die Schutzhütte den scheinbaren Raum zwischen Wohnen und Unterwegssein.

Michael Sailstorfer, Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach), 2001

Ina Weber
Trümmerbahnen

 

Die Künstlerin hat in Kassel unter anderem bei Martin Kippenberger studiert. Es gehört zur subversiven künstlerischen Strategie der in Berlin lebenden Bildhauerin, ihren Blick auf die urbanen,  zumeist profan-banalen und damit nahezu aus dem Bewusstsein entschwundenen Stadtmöblierungen zu richten. Daraus führt sie im Haus am Waldsee eine Minigolfanlage vor, die mit Bauruinen als bespielbare Hindernisse ausgestattet ist. In heiter entlarvender Art führt Weber befremdlich dimensionierte Modellsituationen vor Augen. Ina Weber wird 2012 eine Ausstellung im Haus am Waldsee erhalten.

Ina Weber, Trümmerbahnen, 2004, Foto: Bernd Borchardt

Katinka Pilscheur
9-2007-2

 

Für ihre Arbeiten verwendet Katinka Pilscheur Materialien und Farben des Alltags. Diese werden in neue Zusammenhänge übertragen und ortsspezifisch aufgebaut. In diesem Fall wurden zwei überdimensionale Kopfkissen-Objekte aus Lastwagenplanen so übereinander gelegt, dass sie, wie nach einer durchschlafenen Nacht, „gebraucht“ erscheinen. Das Intime wird öffentlich. 

Katinka Pilscheur, 9-2007-2, Lastwagenplane, 2007, Foto: Bernd Borchardt 

Wilhelm Mundt
Trashstone 412

 

Seit den 90er Jahren verhüllt und verpackt Wilhelm Mundt den Abfall seines Ateliers zu fest in PVC Folie eingeschweißten „Steinen“, die ihre Form allein durch die in ihrem Inneren befindlichen Gegenstände erhalten. Tonnenschwer wirkt der 2006 entstandene Stein Nummer 412 wie eine Zeitkapsel, die voller Energie steckt. Der aus der Nähe von Düsseldorf stammende Künstler lehrt an der Kunstakademie Dresden.

Wilhelm Mundt, Trashstone 412, 2006, Foto: Bernd Borchardt

Wilhelm Engelen
Meteophon

 

Die Klangarbeit des niederländischen Künstlers William Engelen im Bauwagen macht die aktuellen Wetterwerte hörbar. Indem sie sie mit den Mittelwerten der letzten zehn Jahre vergleicht, entsteht aus dem Moment und den geltenden Abweichungen heraus eine Symphonie aus Froschquaken, Celloklang, Gartenliedsingen oder Apfelkauen.

Wilhelm Engelen, Meteophon, 2009, Foto: Bernd Borchardt

Jeppe Hein
Modified Social Bench #4

 

Jeppe Hein, Modified Social Benche #4, G, C, Foto: Bernd Borchardt

Olav Christopher Jenssen
Lingaphone

 

Aus gefalteten und ausgeschnittenen Papierblättern heraus entwickelte Scheibenplastiken, die als Rahmen, Projektionsflächen und Leerstellen in der Natur verstanden werden können. Olav Christopher Jenssen ist Maler. Er arbeitet an den Übergängen zwischen Bewusstsein und Intuition und hatte 2008 die Einzelausstellung „Zeitweise“ im Haus am Waldsee.

Olav Christopher Jenssen, Lingaphone, 2008, PVC lackiert, Foto: Bernd Borchardt

Erik Steinbrecher
 ALPAMARE

 

Des Schweizer Konzeptkünstler Erik Steinbrecher hat eine hybride Skulptur aus vier Teilen geschaffen. Sie ähnelt einer Gruppe von Bäumchen mit Stämmen und Kronen. Aus Bambusschilf werden Stämme. Brotkronen stellen eine Art Gewächs oder Frucht dar. Der Künstler bewertet Toastscheiben als Material; Weissbrot zum Essen vom Fließband. Aber auch für „feine“ Häppchen, als Croque Monsieur, als Sandwich etc.. Toast ist das letzte Brot, das man noch nächtens an Tankstellen kaufen kann. Die Arbeit reflektiert unser Verhältnis zu Leib und Seele.

Erik Steinbrecher,  ALPAMARE, 2010/2012, Aluminiumguss, Foto: Bernd Borchardt

Werner Aisslinger
Loftcube

 

Werner Aisslinger setzte seine Wohnvision erstmals vor vier Jahren in die Realität um – im Himmel über Berlin. Während des DESIGNMAI BERLIN 2003, dem ersten Design-Festival der deutschen Hauptstadt konnte die Innovation, der mobile Wohncontainer, erstmals als Prototyp besichtigt werden. Der international renommierte Gestalter hat sich die Frage gestellt: „Wie könnte eine vorübergehende, minimale Wohneinheit aussehen, die nomadisch lebenden Menschen in Großstädten und verdichten urbanen Zonen einen persönlich Rückzugsort für kurze Zeiträume bieten könnte? Anstelle theoretischer Exkurse stellte er gleich die Realisierung zur Diskussion.
Der Ort ist spektakulär: direkt am Waldsee und damit nicht wie einst an der Spree, auf dem Dach eines ehemaligen Eierkühlhauses. Damals demostrierten zwei „Loftcubes“ die neue Möglichkeit des Siedelns in der Großstadt. Jetzt ist der Cube in der Natur angekommen. Viele Menschen arbeiten weit von der Natur entfernt. Ihre besondere Lebensqualität könnte durch den meditativen Rückzugsort „Art Cube“ erheblich verbessert werden.
Mit dem architektonischen Begriff „fliegende Bauten“, der für temporäre, nicht ortsgebundene Architektur verwendet wird, spielt der Designer Werner Aisslinger auch auf die Mobilität seiner Wohn-Container an. In seiner teuersten Version ist es der Transport per Lasthubschrauber zum nächsten Ort. Auch andere Transportwege wie per Mobilkran sind möglich, außerdem ist das modular aufgebaute Gehäuse zerlegbar und damit an jedem Ort zwischen Bergeinsamkeit und Großstadtflachdach, zwischen Waldsee und Potsdamer Platz denkbar.

Werner Aisslinger, Loftcube, 2003, Foto: Bernd Borchardt

Simon Faithfull
Shy Fountain

 

Die Fontäne im See existiert nur, wenn niemand da ist. Sobald sich der Betrachter nähert, verschwindet das ephemere Kunstwerk. Nur Stille bringt es in den Bereich der Sichtbarkeit zurück. Simon Faithfull ist Videokünstler und Zeichner. Er hatte 2009 die Doppelausstellung „Schwerelos“ mit Carla Guagliardi im Haus am Waldsee.

Simon Faithfull, Shy Fountain, 2008, Foto: Bernd Borchardt 

Ina Weber
Trümmerbahnen

 

Die Künstlerin hat in Kassel unter anderem bei Martin Kippenberger studiert. Es gehört zur subversiven künstlerischen Strategie der in Berlin lebenden Bildhauerin, ihren Blick auf die urbanen,  zumeist profan-banalen und damit nahezu aus dem Bewusstsein entschwundenen Stadtmöblierungen zu richten. Daraus führt sie im Haus am Waldsee eine Minigolfanlage vor, die mit Bauruinen als bespielbare Hindernisse ausgestattet ist. In heiter entlarvender Art führt Weber befremdlich dimensionierte Modellsituationen vor Augen. Ina Weber wird 2012 eine Ausstellung im Haus am Waldsee erhalten.

Ina Weber, Trümmerbahnen, 2004, Foto: Bernd Borchardt

Wilhelm Mundt
Trashstone 412

 

Seit den 90er Jahren verhüllt und verpackt Wilhelm Mundt den Abfall seines Ateliers zu fest in PVC Folie eingeschweißten „Steinen“, die ihre Form allein durch die in ihrem Inneren befindlichen Gegenstände erhalten. Tonnenschwer wirkt der 2006 entstandene Stein Nummer 412 wie eine Zeitkapsel, die voller Energie steckt. Der aus der Nähe von Düsseldorf stammende Künstler lehrt an der Kunstakademie Dresden.

Wilhelm Mundt, Trashstone 412, 2006, Foto: Bernd Borchardt

Jeppe Hein
Modified Social Bench #4

 

Jeppe Hein, Modified Social Benche #4, G, C, Foto: Bernd Borchardt

Lynn Chadwick
Beast Alerted I

 

Ende der 1980er Jahre nimmt der britische Bildhauer Lynn Chadwick die Arbeit an Tierdarstellungen wieder auf, wie sie seit Ende der 1950er Jahren in Bronze entstanden waren und 1960 im Haus am Waldsee ausgestellt wurden.
Beast Alerted I
entsteht 1990 zugleich in Bronze und Edelstahl. Die hier ausgestellte Edelstahlversion zeigt, wie stark der Künstler Konstruktion und klare Flächen in den Mittelpunkt stellt. Diese von allen Sichtseiten durchformulierte Formensprache erinnert an die ursprüngliche Ausbildung Chadwicks als Architekt. Beast Alerted I gehört zu einer Gruppe von fünf „wilden“ Tieren, die 1989/90 auf dem weitläufigen Gelände des Künstlers in Gloucester, westlich von London, aufgestellt wurden. Sie kommunizieren unmittelbar mit der Natur und wirken doch wie außerirdisch.

Lynn Chadwick, Beast Alerted I, 1990, Edelstahl, Foto: Roman März

Tony Cragg
Outspan

 

Tony Cragg, Outspan, 2008, Bronze, Foto: Berndt Borchardt

Social Knit Work Berlin

 

Der 20 Meter lange, rot gepixelte Strickteppich zum See wurde von der Guerilla-Knitting Bewegung in den USA inspiriert. Regelmäßig treffen sich seit 2011 Frauen in Friedenau und anderswo zum Stricken und Umgarnen öffentlicher Räume. Die Berliner Gruppe war zuletzt 2014 Gast bei der Triennale Bingen („Haus mit Kaugummiautomat“). Bis Ende August 2015 lädt der Teppich im Skulpturenpark des Hauses am Waldsee zum Verweilen und Träumen ein. Bitte nehmen Sie Platz oder legen sich – ohne Schuhe – und genießen.

Social Knit Work Berlin, 2015, Strickteppich, Foto: Haus am Waldsee

Michael Sailstorfer
Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach)

 

Bushaltestelle, Bett, Küche, Tisch, Stuhl, Regal, Toilette, Tür, Licht, Strom, Wasser. Sailstorfer interessiert sich für das Absurde unserer auf Mobilität gestimmten Gesellschaft. Als fünf Bushaltestellen in seiner niederbayerischen Heimatgemeinde ersetzt werden sollten, erwarb und bearbeitete er sie. Als Überlebenseinheit mit Bett, Stuhl, Tisch, Herd und Abort ausgestattet, verkürzt die Schutzhütte den scheinbaren Raum zwischen Wohnen und Unterwegssein.

Michael Sailstorfer, Wohnen mit Verkehrsanbindung (Großkatzbach), 2001

Katinka Pilscheur
9-2007-2

 

Für ihre Arbeiten verwendet Katinka Pilscheur Materialien und Farben des Alltags. Diese werden in neue Zusammenhänge übertragen und ortsspezifisch aufgebaut. In diesem Fall wurden zwei überdimensionale Kopfkissen-Objekte aus Lastwagenplanen so übereinander gelegt, dass sie, wie nach einer durchschlafenen Nacht, „gebraucht“ erscheinen. Das Intime wird öffentlich. 

Katinka Pilscheur, 9-2007-2, Lastwagenplane, 2007, Foto: Bernd Borchardt 

Wilhelm Engelen
Meteophon

 

Die Klangarbeit des niederländischen Künstlers William Engelen im Bauwagen macht die aktuellen Wetterwerte hörbar. Indem sie sie mit den Mittelwerten der letzten zehn Jahre vergleicht, entsteht aus dem Moment und den geltenden Abweichungen heraus eine Symphonie aus Froschquaken, Celloklang, Gartenliedsingen oder Apfelkauen.

Wilhelm Engelen, Meteophon, 2009, Foto: Bernd Borchardt