Haus-Rucker-Co

Die späten 1960er Jahre standen in Europa im Zeichen von Aufbruch und Lebens-Euphorie. Unter dem Einfluss erster Raumfahrtprogramme festigte sich ein unerschütterlicher Glaube an die Zukunft. Design und Architektur wurden heiter, bunt, sexy, leicht und fließend. Zugleich kamen Horror-Szenarien auf, nach denen die Überlebenschance auf der Erde über kurz oder lang nur noch mit Atemgeräten oder in abgeschlossenen Schutzreservaten möglich sein würden.

Vor diesem Hintergrund arbeitete Haus-Rucker-Co 1967 in Wien an einem neuen Architekturbegriff für radikal veränderte Lebensformen. Die Gruppe entwickelt utopische Objekte zur Erweiterung von Wahrnehmung und Kommunikation. Ihre interaktiven „Mind-Expander“ und pneumatischen Luft-Architekturen sorgen Ende der 1960er Jahre international für großes Aufsehen. Heute wird die Welt von Haus-Rucker-Co von jüngeren Zeitgenossen wie Tomás Saraceno, Ólafur Elíasson, Hussein Chalayan oder Raumlaborberlin reflektiert und zitiert.