Videokunstprogramm: 
Isabell Heimerdinger „Hana Ikebana“ 2014

Isabell Heimerdinger „Hana Ikebana“ 2014

Isabell Heimerdinger, Hana Ikebana, 2014, Filmstill

In der Videoarbeit „Hana Ikebana“ geht es um ein dialogisches Ratespiel zwischen einer Frau und einem Mann. Er nennt Metropolennamen und bereitet im Hintergrund Tee zu. Sie schätzt die Temperatur am jeweiligen Ort, die er bestätigt oder verwirft. Während sie in einem Katalog des japanischen Fotokünstlers Nobuyoshi Araki blättert und lose, farbige Blumenfotos über Arakis Schwarz-Weiß-Aufnahmen legt, ist eine Steadycam senkrecht auf Hände und Buchseiten gerichtet. Zum Schluss wird „Moskau 2 Grad“ bestätigt und eine Schale Tee rückt ins Bild. Der Welt wird die Temperatur gemessen, während Schönheit und Vergehen lakonisch ins Bild rücken.
 
Isabell Heimerdinger (*1963 in Stuttgart, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin und Rom. 1991 Abschluss der Meisterklasse an der Kunstakademie Düsseldorf; 1995 MFA am California Institute of the Arts, Los Angeles, USA. Heimerdingers zentrales Thema ist die Durchdringung von filmischer Welt und Alltagsrealität. In fotografischen wie filmischen Versuchsanordnungen lotet sie die teils subtilen Unterschiede zwischen gespieltem und authentischem Verhalten, zwischen Rolle und Identität, zwischen Pose und „echtem“ Ausdruck aus.

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