Videokunstprogramm:
Anri Sala „If and Only If“ 2018

Anri Sala „If and Only If“ 2018

Anri Sala, If and Only If, 2018, Filmstill, Zwei-Kanal-HD-Video und diskrete 4.0-Surround-Sound-Installation, Farbe, 9:47 Min, Courtesy: Marian Goodman Gallery, Galerie Chantal Crousel

Langsam kriecht eine Gartenschnecke über die Länge eines Bratschenbogens, während der Musiker das Tempo und den Rhythmus von Igor Strawinskys Elegie für Viola solo mit der Geschwindigkeit der Schnecke synchronisiert. Die Bratsche wird gespielt von Gérard Caussé, einem der besten Bratschisten der Welt. Er spielt auf einem der ältesten Instrumente, die es gibt. Das Gleiten der Schnecke beeinflusst nicht nur die Länge des Werks, sondern auch die Stabilität und die Spieltechnik des Bratschisten. Der Musiker muss jede abrupte Bewegung vermeiden, um das Tier mit seinem labilen Gleichgewicht nicht zu verlieren. Durch das Neuarrangement, die taktile Interaktion zwischen dem Musiker und der Schnecke wird aus Strawinskys Elegie eine gemeinsame Reise zu einer neuen Interpretation.

Anri Sala (geb. 1974 in Tirana, Albanien) lebt und arbeitet in Berlin. Seit seinen frühen Arbeiten hat Sala dem Klang eine große Bedeutung zugesprochen und in seinen Werken geschaffen die Beziehung zwischen Klang- und Bildebene neu ausgelotet. Dazu passt sein langjähriges Interesse an Performance, insbesondere musikalischer Performance. Anri Sala stellt seit vielen Jahren international aus, u.a. Einzelausstellungen im Mudam, Luxemburg (2019), dem Haus der Kunst, München (2014), der 55. Biennale Venedig (2013), dem Centre Georges Pompidou, Paris (2012), der Serpentine Gallery, London (2011), dem Contemporary Arts Center, Cincinnati (2009), dem Museum of Contemporary Art, North Miami (2008) und der Fondazione Nicola Trussardi, Mailand (2005) und war ebenfalls an der Documenta 13 (2012) beteiligt.

TEILEN