Vortrag von Harald Welzer „Alles könnte anders sein“

Vortrag Harald Welzer

In freier Rede hat der Sozialpsychologe Harald Welzer fast 90 Minuten lang an die hundert ZuhörerInnen mit seinen Thesen zu einer autofreien Stadt der Zukunft, zu Grundeinkommen und freien öffentlichen Verkehr beeindruckt. Sein 2019 erschienenes Buch „Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen“ bildete den Ausgangspunkt. Vieles, was das Klima bedroht, könnte durch Umdenken gelöst und zu einer gerechteren Gesamtsituation führen. Vorausgesetzt jeder Einzelne beginnt erste Schritte zu gehen, Gewohnheiten zu verändern, Selbstverständliches zu hinterfragen und über Gemeinwohl neu nachzudenken.

„Futur zwei“ heißt die Stiftung, die Welzer vor zehn Jahren in Berlin gegründet hat. Wie werden wir gehandelt haben? Werden wir der Phantasie und dem kreativen Handeln eine Chance gegeben haben? Oder werden wir weiterhin der Idee vom ungehinderten Wachstum nachlaufen? Im Ganzen ergab sich eine gute gedankliche Klammer zu den Ausstellungen im Haus. Mit den zeitgenössischen KünstlerInnen wird immer wieder die Frage nach dem Neuen, Ungewohntem und Anderen gestellt. Mit einem eigens erfundenen Alphabet zitiert Tobias Rehberger auf seinem für das Haus am Waldsee gestalteten Vorhang Max Frischs Fragebogen: „Fürchten Sie sich vor Armen?“ Frage und Form überschreiten die Grenzen des Gewohnten. Harald Welzer, der vor dem Vorhang sprach, war von dem Ansatz sichtlich begeistert.

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