Tony Cragg
Versus (2011/19)

Tony Cragg_Versus_Haus am Waldsee

Tony Cragg, Versus, 2011/19, Bronze, orange lackiert, 160 x 150 cm, Foto: Bernd Borchardt

Unser Skulpturenpark ist öffentlich zugänglich: Mo – Fr 10 – 16 Uhr; Sa + So 11 – 18 Uhr

Tony Cragg (*1949) gehört weltweit zu den führenden Bildhauern der Gegenwart. Der Brite lebt und arbeitet seit 1977 in Wuppertal, wo er nach einem Studium der Malerei in London zwei Jahre lang vollkommen zurückgezogen arbeitete. Schon während des Studiums am Royal College of Art in London, entdeckte er die Bildhauerei für sich. Die Begegnung mit dem Konzeptkünstler Richard Long mag ihn beeinflusst haben.

In den 1980er Jahren reüssierte Cragg auf dem internationalen Kunstmarkt und war auf der Documenta 7, 1982 und Documenta 8, 1987, sowie auf den Biennalen in Venedig, Sidney und São Paulo vertreten. Cragg lehrte ab 1979 an der Kunstakademie in Düsseldorf und ab 2002 an der Universität der Künste in Berlin. 2009 – 2013 war er Rektor der Kunstakademie Düsseldorf.

Die erste Version der Skulptur Versus, die der Künstler dem Haus am Waldsee als Leihgabe zur Verfügung stellt, entstand 2011 aus orange lackiertem Schichtholz. Sie wurde unter der Pyramide im Rahmen einer Einzelausstellung im Pariser Louvre vorgestellt. In den Folgejahren entstanden Bronzen nach dem Motiv in unterschiedlichen Größen. Darunter stellt die 2019 für das Haus am Waldsee entstandene Version die zweitgrößte und die einzige in Signalrot dar.

Versus gehört zur Werkgruppe der Rational Beings, in der Cragg das Motiv des Stapels, wie er es seit seinen Stacked Objects seit 1976 verfolgt, neu aufgreift. Hier nun scheint Material wie Eis oder heißes Metall unter seinem Eigengewicht und durch äußere Temperatureinflüsse zu schmelzen. Materie wird zu Energie, Energie zu Materie.

Das Haus am Waldsee bereitet mit dem Künstler für 2021 eine umfangreiche Ausstellung zu seinem zeichnerischen Werk vor. Tony Cragg unterhält seit 2008 einen privaten Skulpturenpark „Waldfrieden“ in Wuppertal. Neben der denkmalgeschützten Villa als ehemaligem Wohnsitz des Farbenfabrikanten Kurt Herberts, hat er auf dem 15 Hektar großen Waldgrundstück zwei Ausstellungshallen errichtet, in denen regelmäßig Einzelausstellungen mit internationalen Kollegen wie Eduardo Chillida, Mario Merz, John Chamberlain oder jüngeren BildhauerInnen stattfinden.