Veit Laurent Kurz
Green Sanctuary (C.O.T.B)
Veit Laurent Kurz, Waldsee um 1910, Farbdruck nach Fotografie von Richard Hoffmann (Bee‘s Eye View), Courtesy der Künstler
Die Ausstellung Green Sanctuary (C.O.T.B) von Veit Laurent Kurz (geboren 1985 in Erbach, lebt und arbeitet in Berlin) ist das zweite Kapitel der für das Jubiläum entwickelten Ausstellungsreihe Seit…
Während Kurz in früheren Werken vorwiegend mit Fiktion und Mythologie arbeitete, wendet er sich in Green Sanctuary (C.O.T.B) ökologischen Zusammenhängen und tatsächlichen Umgebungen zu, in denen unterschiedliche Vorstellungen von Natur inszeniert werden.
C.O.T.B. steht für Circle of the Bee (dt. Kreislauf der Biene), ein fortlaufendes Projekt des Künstlers, das ökologische Beobachtung, psychologische Reflexion und historische Recherche mit der imaginierten Perspektive von Bienen verwebt. Entwickelt im Zusammenspiel mit seiner Rechercheplattform Die Kette, treten diese Erkundungen in der Ausstellung mit Forschungen zur Geschichte des Haus am Waldsee und seiner natürlichen Umgebung in Beziehung.
So richtet Kurz im Kontext des 80-jährigen Jubiläums der Institution den Blick auf dessen Garten, den er zugleich als kulturelles Artefakt und als ökologische Landschaft begreift. Ausgehend von der Geschichte des englischen Landschaftsgartens untersucht er, wie Landschaften, die natürlich erscheinen, de facto sorgfältig komponierte kulturelle Konstruktionen sind, tief geprägt von ästhetischen, historischen und ideologischen Vorstellungen von Natur.
Während die Texte und Recherchematerialien auf sieben Postern als wissenschaftliche Studie fungieren, schlagen die Werke auf der Bildebene eine spekulative Verschiebung der Wahrnehmung vor: Sie laden ein zu überlegen, wie Umgebungen, Bewegungen und sensorische Welten erscheinen könnten, wenn der menschliche Blickpunkt verschoben wird – etwa in den Keramiken der Serie Bee Fountain, die Wassertränken und Bienenstöcke zu hybriden, surrealen Formen zusammenführen und zugleich an Korallen oder Schimmelsporen erinnern.
Funded by the Kulturstiftung des Bundes (German Federal Cultural Foundation).
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