
Veit Laurent Kurz, Waldsee um 1910, Farbdruck nach Fotografie von Richard Hoffmann (Bee‘s Eye View), Courtesy der Künstler
Seit...
20.2.26 – 17.1.27
Veit Laurent Kurz: Green Sanctuary (C.O.T.B)
14.6 – 27.9.2026
Während Veit Laurent Kurz (geboren 1985 in Erbach, lebt und arbeitet in Berlin) in früheren Werken vorwiegend mit Fiktion und Mythologie arbeitete, wendet er sich in Green Sanctuary (C.O.T.B) ökologischen Zusammenhängen und tatsächlichen Umgebungen zu, in denen unterschiedliche Vorstellungen von Natur inszeniert werden.
C.O.T.B. steht für Circle of the Bee (dt. Kreislauf der Biene), ein fortlaufendes Projekt des Künstlers, das ökologische Beobachtung, psychologische Reflexion und historische Recherche mit der imaginierten Perspektive von Bienen verwebt. Entwickelt im Zusammenspiel mit seiner Rechercheplattform Die Kette, treten diese Erkundungen in der Ausstellung mit Forschungen zur Geschichte des Haus am Waldsee und seiner natürlichen Umgebung in Beziehung.
So richtet Kurz im Kontext des 80-jährigen Jubiläums der Institution den Blick auf dessen Garten, den er zugleich als kulturelles Artefakt und als ökologische Landschaft begreift. Ausgehend von der Geschichte des englischen Landschaftsgartens untersucht er, wie Landschaften, die natürlich erscheinen, de facto sorgfältig komponierte kulturelle Konstruktionen sind, tief geprägt von ästhetischen, historischen und ideologischen Vorstellungen von Natur.
Während die Texte und Recherchematerialien auf sieben Postern als wissenschaftliche Studie fungieren, schlagen die Werke auf der Bildebene eine spekulative Verschiebung der Wahrnehmung vor: Sie laden ein zu überlegen, wie Umgebungen, Bewegungen und sensorische Welten erscheinen könnten, wenn der menschliche Blickpunkt verschoben wird – etwa in den Keramiken der Serie Bee Fountain, die Wassertränken und Bienenstöcke zu hybriden, surrealen Formen zusammenführen und zugleich an Korallen oder Schimmelsporen erinnern.
Luciano Pecoits. Leidenschaftslose Mechaniken
20.2.26 – 25.5.26
1946, noch gezeichnet von den Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs, entsteht in der 1922 für den jüdischen Textilfabrikanten Hermann Knobloch erbauten Villa das Haus am Waldsee, das in den folgenden Jahrzehnten eine bedeutende Ausstellungsgeschichte schreiben wird. 2026 anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens, richtet die Institution den Blick zurück auf ihre Anfangsjahre: auf ihre Rahmenbedingungen, den Wandel vom privaten Wohnhaus zum Ausstellungshaus, auf Brüche und Kontinuitäten der Nachkriegszeit und auf die Spuren, die diese Entwicklungen im Selbstbild der Institution hinterlassen haben.
Die Ausstellung Leidenschaftslose Mechaniken von Luciano Pecoits (lebt und arbeitet zwischen München und Wien) ist das erste Kapitel der für das Jubiläum entwickelten Ausstellungsreihe Seit…
Der Künstler bedient sich in seiner Praxis fotografischer Herstellungsverfahren und Archivalien, um aus ihnen Rückschlüsse auf die Bedingungen ihrer Entstehungskontexte zu ziehen und darauf, wie diese bis in unsere Gegenwart nachwirken. Dabei legt er einen besonderen Schwerpunkt auf die Provenienzforschung als Methode zur Durchleuchtung von Kunst, ihren Institutionen, deren Entstehungsgeschichten und Selbstverständnissen.
Seine neu für die Ausstellung entstandenen Werke gehen aus einer mehr als zweijährigen Recherche zur Geschichte des Gebäudes des Haus am Waldsee hervor. Ausgehend von Verwaltungsdokumenten der Nachkriegsjahre, wie etwa Akten aus Restitutions- und Spruchkammerverfahren, zeichnet der Künstler ein feines Geflecht von Akteur*innen und Eigentumsverhältnissen nach. Ergänzt durch neue Reproduktionen der wenigen erhaltenen Fotografien des Gebäudes als Wohnort, legt er dar, in welchem Umfang das Haus in politische Machtstrukturen und nationalsozialistische Netzwerke eingebunden war, und wie diese Verflechtungen bis in die Nachkriegszeit und darüber hinaus weiter wirkmächtig bleiben.
Präsentiert wird die Ausstellung im Café, der ehemaligen Garage des Hauses, auf einer von der georgischen Kuratorin und Archivarin Nina Akhvlediani (lebt und arbeitet in Tiflis) entwickelten Displayarchitektur, die flexible Formen der Präsentation ermöglicht. Leidenschaftslose Mechaniken ist das erste von drei Kapiteln, die im Laufe des Jahres auf dem Display präsentiert werden. Von unterschiedlichen Künstler*innen gestaltet, eröffnen sie schlaglichtartig neue Perspektiven auf die Geschichte der Institution.
Gefördert durch / Gefördert von
