Videokunstprogramm:
Stefan Panhans „Freeroam À Rebours, Mod#I.1“ 2016

Stefan Panhans „Freeroam“ 2016

Stefan Panhans, Freeroam À Rebours, Mod#I.1, 2016, 4K, Farbe, Sound, Single Channel, 16:13 Min.

Den Ausgangspunkt von Freeroam À Rebours, Mod#I.1 bilden verschiedene Unzulänglichkeiten im Verhalten von Videospiel-Avataren, die von menschlichen SpielerInnen gesteuert werden. Diese „Fehlerszenarien“ werden auf die Körper von realen PerformerInnen übertragen und im Medium Film nachgespielt. Jene „gescheiterten Verhaltensweisen“ von Spiel-Avataren – darunter Übersprungshandlungen, Leerlaufverhalten, wiederholtes Nichtausführen einer Handlung oder die unvollkommene Annäherung an menschliche Bewegungen und Gesten – werden allgemein als Ergebnis von Unzulänglichkeiten und Unvermögen betrachtet. Dies vor allem in einer Gesellschaft, die von Funktionalitätsdruck, ökonomischen Imperativen und Selbstoptimierung geprägt ist. An der Schnittstelle zwischen Experimentalfilm, Videoclip und zeitgenössischer Tanzperformance nimmt der Film von Stefan Panhans diese „Fehler“ präzise, mit untergründigem Humor, in den Blick.

Mit seinen filmischen, performativen, fotografischen und installativen Arbeiten setzt sich Stefan Panhans (*1967 in Hattingen) mit den Auswirkungen der weiter wachsenden Hypermediatisierung und Digitalisierung auf Körper und Psyche unserer Gesellschaft auseinander. Stefan Panhans lebt und arbeitet vornehmlich in Berlin und Hamburg

Seine Arbeiten werden international bei Ausstellungen und Filmfestivals gezeigt, kürzlich (2017-2020) u.a. Videonale.17 und Videonale.16, Bonn; 35. und 34. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestival; EMAF – Electronic Media Art Festival #33 und #32, Osnabrück; Transmediale 2018, HKW, Berlin; 13. Athens Digital Arts Festival; Addis Video Art Festival, Addis Ababa; Deichtorhallen-Sammlung Falckenberg, Hamburg; MUMOK Cinema, Wien; Goethe-Institut China, Peking.  2014 zeigte das Haus am Waldsee mit Too much change is not a enough die erste institutionelle Einzelausstellung von Stefan Panhans in Berlin.

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