Sommerfest
5.7.2026, 13 – 20 Uhr

Feiert mit uns unser alljährliches Sommerfest. Erlebt ein vielseitiges Programm in unserem Garten mit Performances von Hannah Rettl, Sophie Becker und Seán Being, einer Lesung von Marius Goldhorn, einem Bastelworkshop für Familien und vielen weiteren Überraschungen.

Eintritt frei. Spenden willkommen
Ausstellung 9 / 6 Euro

Programm

13 Uhr
Start des Sommerfests im Garten
Die Ausstellungen und das Café sind bereits ab 11 Uhr geöffnet

Ab 13 Uhr
Haus am Waldsee Friends
Tombola

14 – 16 Uhr
Blüten aus Papier 
Familienworkshop

Ab 14.30 Uhr
Hannah Rettl
I’m not telling anything actually I get told 
Performance

15 Uhr, 17 Uhr 
Sophie Becker
Ronnie’s World
Performance (auf Englisch)

16 Uhr 
Marius Goldhorn
Lesung aus Die Prozesse

19 Uhr 
Seán Being
Car Musick
Musik-Performance 

Mehr zum Programm:

Foto: Luise Bichler

14 – 16 Uhr
Luise Bichler
Blüten aus Papier
Familienworkshop

Zum Sommerfest laden wir Familien ein, Blumen aus Draht und selbst geschöpftem Papier zu gestalten. Kommt und lasst Blumen und Blätter aus Draht, Papier und getrockneten Blütenblättern sprießen. Aus buntem Papierpulp und Draht entstehen zarte Pflanzenformen. Gemeinsam füllen wir Beete und Vasen mit einem Blütenmeer. Eure selbst gestalteten Blumen begleiten euch nach Hause.

Recherchebild Hannah Rettl

Ab 14.30 Uhr
Hannah Rettl
I’m not telling anything actually I get told
Performance

Als Teil von Hannah Rettls Performance I’m not telling anything actually I get told können Besucher*innen ein Geheimnis gegen eine Kugel blauer Eiscreme eintauschen. Anstatt mit Geld zu bezahlen, flüstern sie der Performerin das Geheimnis ins Ohr und erhalten im Gegenzug eine Kugel Eis. Die Performerin erzählt das Geheimnis nicht weiter. Indem das Eis blaue Spuren auf Zungen der Besucher*innen hinterlässt, werden diese als Geheimnisträger*innen markiert.

In Rettls Performance vermischt sich die Komplexität transaktionaler Verhältnisse mit Freizeit- und Kindheitsassoziationen: klebrige Hände, gefärbte Zungen und Sonne auf der Haut. Die sommerliche Klangkulisse des Gartens am Haus am Waldsee wird dabei durch eine von Ellie Lizbeth Brown entwickelte surreal-utopische Soundarbeit überzeichnet. Aus der scheinbaren Unpersönlichkeit abstrakter Tauschbeziehungen treten Schichten des Intimen und Vulnerablen hervor und verbinden sich mit Fragen nach Vertrauen, Macht und der Beziehung zwischen Performer*innen und ihrer angenommenen Rolle.

Hannah Rettl ist Künstlerin und lebt in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zwei Soloausstellungen bei Studio Hannibal sowie in Gruppenausstellungen bei Pinky Projects, Neu Workshop, Fat Cat, Associazione Awai und Biblioteca Tolentini präsentiert.

Sophie Becker, Foto: Zoe Chait

15 Uhr, 17 Uhr
Sophie Becker
Ronnie’s World
Performance (auf Englisch)

Sophie Becker tritt gemeinsam mit ihrer Bauchrednerpuppe Ronnie Woods auf und präsentiert Ausschnitte aus ihrem Bühnenstück Ronnie’s World.

Ronnie ist impulsiv, ehrgeizig und der perfekte Gegenpart zu Sophies kontrollierter Bühnenpräsenz. Als Beauty-Influencerin, angehende Interior Designerin und selbsternannte „Dummy-Aktivistin“ arbeitet sie unermüdlich an ihrer Karriere und bewegt sich dabei gemeinsam mit Sophie durch die Fallstricke von Beziehungen, Abhängigkeiten und Formen der Selbstinszenierung. Doch als Ronnie beginnt, ihre Rolle als Puppe infrage zu stellen und eigene Ambitionen zu entwickeln, gerät das Verhältnis zwischen den beiden aus dem Gleichgewicht.

Mit Ronnie’s World spielt Becker mit Motiven und Konventionen der Bauchrednerei: dem Showgestus der 1950er-Jahre, Comedy-Traditionen und der Puppe als Projektionsfläche für Impulse, Begehren und Ängste. Zugleich greift sie auf ältere Formen des sogenannten „Stimmenwerfens“ sowie auf spiritistische Praktiken zurück und erkundet die tiefen Bindungen, die Menschen zu unbelebten Objekten entwickeln können. Zwischen Theater, Performance und experimenteller Comedy entfaltet sich ein Spiel um Begehren, Anerkennung und die Frage, wer hier eigentlich für wen spricht.

Sophie Becker ist Performerin und Schauspielerin und lebt in New York. Ihre Arbeiten wurden u. a. bei New Theater Hollywood, SculptureCenter, De Studio, C-mine, Art Omi und NADA Miami gezeigt. Derzeit ist sie Teil der Ausstellung Greater New York 2026 im MoMA PS1.

Marius Goldhorn, Foto: Neven Allgeier 

16 Uhr
Marius Goldhorn
Lesung aus Die Prozesse 

Marius Goldhorns Roman Die Prozesse zeichnet den Verfall einer spätkapitalistischen westlichen Weltordnung nach. 2030 beginnt in Brüssel am Tag einer fiktiven Unabhängigkeitsfeier des einst brutal kolonial ausgebeuteten Kongo ein Aufstand. Der Roman folgt einem namenlos bleibenden Protagonisten T. und seinem Partner Ezra durch die Wirren der Revolution, durch trockene, vom Klimawandel gezeichnete Landschaften, in die Tiefen konterrevolutionärer Blogdiskurse und in die Camps der aufständigen Kommune im EU-Finanzzentrum, die versucht, eine neue Geschichte zu schreiben. Mit hyperrealistischer und kristallklarer Sprache berührt Goldhorn dabei Fragen von Erinnerung und Archivierung, Krankheit, Liebe und Vergessen. So entsteht eine dichte Archäologie der Deformationen einer alten Welt.

Marius Goldhorn ist Autor und lebt in Berlin. Vor seinem Roman Die Prozesse (2025) bei Kiepenheuer & Witsch veröffentlichte er seinen Debütroman Park (2020) bei Suhrkamp und die Gedichtsammlung Yin (2020) im Korbinian Verlag.

Car Musick, Foto: Jack Hogan

19 Uhr
Seán Being
Car Musick
Musik-Performance

Car Musick ist eine Musik-Performance für Autos und Fahrer*innen, entwickelt von der*m irischen Performer*in und Musiker*in Seán Being. Vorab arrangierte MIDI-Hupen werden auf die Tonhöhen der Hupen von drei Autos abgestimmt und als mehrkanalige Tonspur über deren Soundsysteme abgespielt. Auf Beings Dirigat hin steigen die Fahrer*innen der Autos mit ihren Hupen in die Kompositionen ein und reichern sie zu eindringlichen, dicken Klangteppichen an. 

Being entwendet den Klang der Autohupe aus seinem funktionalen, warnenden, aggressiven Verwendungskontext. Neben disruptiven, dissonant-reibenden Momenten, die die künstliche Idylle des Englischen Landschaftsgartens durchschneiden, enthält die Sound-Performance dabei auch harmonische, poetische und meditative Elemente, für die Being u.a. aus Beings Hintergrund in der gregorianischen Choralmusik schöpft.

Das Auto als Inbegriff der Fantasie einer individualistischen Freiheit, die ihre Abhängigkeit von planetaren Verbindungen vergisst, verwandelt sich hier in einen porösen, offenen Klangkörper. Die ansonsten einzeln abgetrennt in ihren Metallkäfigen sitzende Autofahrer*innen werden durch den gemeinsam produzierten Klang miteinander verbunden.

Being lebt in London und veröffentlichte 2022 das Soloalbum FAUX WINDOW und 2024 das kollaborative Projekt Princ€ss (2024) bei dem Label wherethetimegoes. Being performte u.a. bei Café Oto, Somerset House, Spanners, Douglas Hyde Gallery, St Paul’s Chapel at Columbia University, Fluent und Galeria Zé dos Bois.

Zugänglichkeit

Während des Sommerfests ist ein Sanitätsteam auf dem Gelände anwesend.

 

Familien:

Wickelmöglichkeiten finden Sie auf der Damen- sowie der Herrentoilette im Untergeschoss.

 

Für Personen im Rollstuhl:

Sie erreichen unseren Park rechts durch den Gartensaal, in dem sich auch unser Café befindet. Ein weiterer Zugang zum Park befindet sich auf der linken Seite des Hauses (mit Gefälle). 

Die Ausstellung erreichen Sie über einen Aufzug, der sich links am Haus befindet. Bitte betätigen Sie die Klingel am Aufzug, damit unser Kassenteam den Fahrstuhl aktivieren kann. Da dieser direkt in die Ausstellung führt, muss aus Sicherheitsgründen vor der Nutzung geklingelt werden. Über den Aufzug ist der Zugang zu beiden Ausstellungsetagen möglich. Bitte beachten Sie den eingeschränkten Wendekreis vor dem Aufzug im Erdgeschoss sowie den eingeschränkten Wendekreis im ersten Stock.

Der Zugang zum rollstuhlgerechten WC im Untergeschoss ist ebenfalls über den Aufzug möglich. Die Tür des Aufzuges bleibt automatisch geöffnet, solange Sie sich in den Räumlichkeiten der Toilette aufhalten. Ihre Privatsphäre wird auf diese Weise garantiert – der Aufzug bleibt für andere gesperrt.

 

Hunde:

Die Mitnahme von Hunden in die Ausstellungsräume ist leider nicht möglich. Ausgenommen sind Begleithunde, d.h. Hunde von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder einem anderen Handicap. Diese Hunde dürfen in jede Ausstellung mitgenommen werden.

In unserem Skulpturenpark sind Hunde herzlich willkommen, sofern sie angeleint sind.